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Fahrer hatte über 0,8 Promille

Leonberg: Rechtsradikale Parolen aus Feuerwehrauto

Von Peter Maier

Leonberg. Gleich mehrere Anwohner aus Leonberg meldeten sich Samstagnacht bei der Polizei, da gegen 0.45 Uhr aus einem Feuerwehrfahrzeug heraus rechtsradikale Parolen skandiert wurden. Es stellte sich heraus, dass das Fahrzeug mit fünf Personen besetzt war, die alle der Freiwilligen Feuerwehr Leonberg angehören und mutmaßlich auf der Rückfahrt von einer Veranstaltung waren.

Durch eine oder mehrere der Personen wurde offenbar die Lautsprecheranlage des Fahrzeugs genutzt, um die Parolen zu verbreiten. Ein Alkoholtest bei dem später angetroffenen 25-jährigen Fahrer ergab eine Atemalkoholkonzentration von über 0,8 Promille, weshalb er sich einer Blutentnahme unterziehen musste. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg ermittelt nun gegen die Insassen des Fahrzeugs wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Stellungnahme des Oberbürgermeisters

Leonbergs Oberbürgermeister Martin Georg Cohn verurteilt die Vorgänge aufs Schärfste. „Der Vorfall ist schockierend. Ich bin zutiefst bestürzt und sehr getroffen“, schreibt Oberbürgermeister Martin Georg Cohn in einer Presserklärung. „Im Namen der Stadt Leonberg, aber auch persönlich, distanziere ich mich in aller Deutlichkeit von dieser rechtsradikalen Tat. Gleichberechtigung, Respekt und Achtung für alle Menschen sind Werte, die unsere Gesellschaft insbesondere und auch gerade in der aktuell schwierigen Zeit benötigt. Mit diesem Vorfall wurden diese Werte mit Füßen getreten.“

Vom Dienst suspendiert

Hierzu OB Cohn weiter: „Dass gerade ehrenamtliche Feuerwehrmänner, denen ihre Verantwortung für die Sicherheit unserer Gesellschaft besonders bewusst sein sollte, solche Parolen ausrufen, ist nicht nur tragisch, sondern vor allem erschreckend. Deshalb ist es unerlässlich unverzüglich die notwendigen Maßnahmen zu treffen. Feuerwehrkommandant Wolfgang Zimmermann hat daher sofort die beschuldigten fünf Männer vom Feuerwehrdienst suspendiert. Die Kriminalpolizei und die Justiz werden den Fall untersuchen. Die Feuerwehr und die Stadt Leonberg werden mit den Ermittlungsbehörden in Zusammenarbeit intensive Aufklärung des Vorfalls betreiben.“