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Ausflugstipp

Märklineum: Wo Modelleisenbahnen fahren lernten

Das Firmenmuseum von Märklin in Göppingen verbindet Unternehmensgeschichte mit einem Erlebnis für die ganze Familie.

Ausflugstipp. Ob Ferienausflug an einem Regentag oder Familienprogramm für jede Jahreszeit: Im Märklineum in Göppingen kommen kleine Lokführer ebenso auf ihre Kosten wie Technikfans und Nostalgiker. Zwischen historischen Spielzeugen, Mitmachstationen und einer großen Modellbahnanlage wird die Geschichte des Traditionsunternehmens zu einer abwechslungsreiche Reise.

Wenn sich Dampfloks ihren Weg durch Gebirge bahnen, moderne Hochgeschwindigkeitszüge lautlos an Bahnhöfen halten und auf Knopfdruck Tag zu Nacht wird, geraten nicht nur Kinder ins Staunen. Auf mehreren Etagen verbindet das Museum die über 165-jährige Geschichte des Traditionsunternehmens Märklin mit interaktiven Mitmachstationen und einer beeindruckenden Modellbahnanlage, ein Ausflugsziel, das Technikfans ebenso begeistert wie Familien.

Auf einer rund 100 Quadratmeter großen Modellbahnanlage im Obergeschoss des Museums drehen gleichzeitig 10 bis 14 Züge ihre Runden. Detailreich gestaltete Landschaften, Bahnhöfe, Tunnel und Brücken zeigen eindrucksvoll, welche Möglichkeiten moderne Modelleisenbahnen bieten. Der Wechsel von Tag und Nacht, wenn Häuser und Straßen beleuchtet werden ist ein zusätzlicher Blickfang.

Doch bevor die ersten Züge rollten, begann die Reise der Firma Märklin, nämlich im Jahr 1859. Damals gründete Theodor Friedrich Wilhelm Märklin, ein richtiger schwäbischer Schaffer, in Göppingen ein Unternehmen, das zunächst gar nichts mit Eisenbahnen zu tun hatte. Produziert wurden Puppenküchen und Zubehör aus Blech. Schnell hätte die Geschichte der Firma wieder ein Ende finden können, denn Theodor Friedrich Wilhelm Märklin starb bereits 1866 bei einem Treppensturz in seiner Werkstatt.

Als Katharina Märklin übernahm

Ungewöhnlich für damals war, dass seine Frau Katharina den Job als Unternehmenschefin und Vertriebsleiterin übernommen hat . Sie ist damals mit Musterbüchern in der Gegend rumgefahren, hat ihre Sachen vorgehalten und verkauft, was für diese Zeit wahnsinnig ungewöhnlich war. So blieb die Firma erhalten und konnte an die Söhne weitergegeben werden.

Eugen und Karl Märklin waren es dann auch, die 1892 die erste Modelleisenbahn auf der Leipziger Frühlingsmesse gezeigt haben und somit den Grundstein für das Modelleisenbahngeschäft legten. 

Märklin produzierte in seiner wechselhaften Firmengeschichte nicht nur Modelleisenbahnen, sondern auch Dampfmaschinen, Metallbaukästen, Autos, Schiffe, Flugzeuge, Karussells, Puppenküchen, Roller, Gesellschaftsspiele und sogar Musikinstrumente. Zahlreiche dieser historischen Exponate sind im Museum ausgestellt und dokumentieren auch den Wandel des Spielzeugs über mehr als eineinhalb Jahrhunderte.

Natürlich steht die Eisenbahn im Mittelpunkt. Anschaulich wird erklärt, wie sich Technik und Modelle im Laufe der Jahrzehnte verändert haben. Besucher erfahren, warum die Spurweiten entstanden sind, wie aus Blechspielzeug hochdetaillierte Sammlermodelle wurden und weshalb Märklin bis heute für Qualität „Made in Göppingen“ steht.

Ein Anziehungspunkt ist der Bereich „Märklin live“. Hier können Besucher den Mitarbeitern bei der Montage von Lokomotiven und Waggons über die Schulter schauen. Präzision und Handarbeit spielen trotz moderner Fertigung noch immer eine wichtige Rolle.

Dass Märklin auch schwierige Zeiten erlebt hat, verschweigt das Museum nicht. Die Ausstellung erinnert an den spektakulären Diebstahl wertvoller Exponate im Jahr 2005, von denen viele später wiedergefunden wurden. Auch die Insolvenz im Jahr 2009 wird thematisiert. Heute gehört Märklin wieder zu den erfolgreichsten Modellbahnherstellern Europas.

Für Kinder und Junggebliebene gibt es Mitmachstationen  und mit einer Stempel-Rallye können junge Besucher das Museum spielerisch erkunden und erhalten am Ende eine kleine Erinnerung. Im Spielbereich darf gebaut, ausprobiert und entdeckt werden. So wird Technik greifbar, ohne dass Langeweile aufkommt.

Märklineum auf einen Blick

Reuschstraße 6, 73033 Göppingen

www.maerklineum.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Montag Ruhetag

Eintritt: Erwachsene: 10 Euro, Kinder und Jugendliche von 4 bis 17 Jahren: 6 Euro, Kinder unter 4 Jahren: frei, Geburtstagskinder von 4 bis 17 Jahren: frei, Nachweis erforderlich

Ermäßigter Eintritt für Studierende und Menschen mit Behinderung: 9 Euro

Familienkarte: 26 Euro; gültig für Eltern oder Großeltern mit eigenen Kindern beziehungsweise Enkeln bis 17 Jahre, maximal drei Kinder

Abendticket ab 16.30 Uhr: Erwachsene 5 Euro, Kinder und Jugendliche 3 Euro

Waldmurmelbahn im Oberholz

Ein passender Anschluss für Familien mit jüngeren Kindern: Mehrere niedrige Holzmurmelbahnen führen zwischen den Bäumen hindurch. Die Anlage ist kostenlos und lässt sich mit einem Spaziergang oder dem benachbarten Waldsportpfad verbinden. Murmeln gibt es unter anderem an einem Automaten vor Ort.

Der Kleine Tierpark Göppingen

Im familienfreundlichen Tierpark leben mehr als 200 heimische und exotische Tiere. Von April bis Oktober ist er täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen derzeit 7,50 Euro, Kinder von 3 bis 18 Jahren 4 Euro, die Familienkarte kostet 18 Euro. Kartenzahlung ist laut Betreiber nicht möglich. www.tierpark-goeppingen.de