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Meine Meinung

Mehr Respekt für Busfahrer

Die Wahl von Anwer Ahmed zur Busfahrerin des Jahres ist eine verdiente Auszeichnung. Gleichzeitig ist sie ein Anlass, allen Busfahrern mehr Respekt und Wertschätzung entgegenzubringen – nicht nur an Ehrentagen.
Anwer Ahmed ist zur Busfahrerin des Jahres im Kreis Böblingen gewählt worden.

Anwer Ahmed ist zur Busfahrerin des Jahres im Kreis Böblingen gewählt worden.

Bild: VVS

Busfahrer sind für viele Menschen selbstverständlich. Morgens bringen sie Schüler zur Schule, Pendler zur Arbeit und Senioren zum Arzt. Erst wenn der Bus ausfällt oder der Fahrer fehlt, wird deutlich, wie wichtig ihre Arbeit wirklich ist.

Deshalb ist die Auszeichnung für Anwer Ahmed mehr als nur ein persönlicher Erfolg. Sie steht stellvertretend für einen Beruf, der viel zu selten die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient. Wer jeden Tag Verantwortung für Dutzende Menschen übernimmt, sich durch Staus kämpft, den Fahrplan im Blick behält und dabei freundlich bleibt, leistet weit mehr als einen gewöhnlichen Arbeitsalltag.

Gerade der Umgang mit den Fahrgästen macht den Unterschied. Ein Lächeln, ein freundlicher Gruß oder ein kurzer Moment der Geduld können den Tag eines Menschen verändern. Das klingt selbstverständlich – ist es aber längst nicht mehr. Freundlichkeit ist keine Nebensache, sondern ein Qualitätsmerkmal des öffentlichen Nahverkehrs.

Dabei verdienen nicht nur ausgezeichnete Busfahrer Anerkennung. Auch die vielen Kollegen, die Tag für Tag zuverlässig ihren Dienst tun, halten unsere Region in Bewegung. Ohne sie würde der Alltag vieler Menschen schlicht nicht funktionieren.

Vielleicht sollte die Auszeichnung deshalb nicht nur Anlass sein, einer einzelnen Busfahrerin zu gratulieren. Sie sollte uns alle daran erinnern, den Menschen hinter dem Lenkrad mit etwas mehr Respekt, Geduld und Wertschätzung zu begegnen. Ein freundliches „Danke“ beim Aussteigen kostet nichts – kann aber viel bedeuten.

dennis.klemm@szbz.de