

Böblingen. Am Freitag attackierte ein Hund auf dem Flugfeld eine 56-Jährige. Die Frau war zwischen dem Langen See und der Liesel-Bach-Straße unterwegs, als sich ihr auf Höhe des Spielplatzes um 14.20 Uhr eine Frauengruppe mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern näherte. Eine der Frauen führte einen Hund an der Leine. Als die 56-Jährige an der Gruppe vorbeilief, rannte der Hund auf sie zu und biss ihr in den rechten Oberarm. Die Frau erlitt dabei eine drei Zentimeter lange, bis auf das Muskelgewebe reichende, klaffende Risswunde, die durch den hinzugerufenen Rettungsdienst versorgt wurde (die SZ/BZ hat berichtet). Angesichts dieses Vorfalls fordert die Tierschutzorganisation Peta die Landesregierung auf, den geplanten sogenannten Hundeführerschein in Baden-Württemberg endlich umzusetzen.
„Meist liegt das Problem nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine“, so Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. „Viele Halterinnen und Halter können das Verhalten ihres Vierbeiners nicht richtig deuten. Die eigentliche Ursache für Beißattacken ist so bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier. Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mix’ ist. Baden-Württemberg muss jetzt handeln und den lange geplante Hundeführerschein endlich umsetzen.“
Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben (Symbolbild: manushot / Adobe Stock). Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Menschen, die Hunde halten, fachkundig mit dem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern.
Ein verpflichtender Hundeführerschein hat laut Peta einen weiteren Vorteil: Er kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit der Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.



