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Kommentar

Nicht nur Einser verdienen Applaus

Wer eine Eins nach der anderen nach Hause bringt, kann sich der Anerkennung meist sicher sein. Wer sich dagegen mühsam von einer Fünf auf eine Drei hocharbeitet, steht selten im Rampenlicht.

Im Pfarrwiesen-Gymnasium Sindelfingen wurden Schüler aus sieben Schulen für ihre herausragenden Leistungsverbesserungen geehrt.

Im Pfarrwiesen-Gymnasium Sindelfingen wurden Schüler aus sieben Schulen für ihre herausragenden Leistungsverbesserungen geehrt.

Bild: Fecht

Dabei kann hinter einer solchen Verbesserung mindestens genauso viel Ehrgeiz, Disziplin und Durchhaltevermögen stecken. Nur lässt sich Anstrengung eben schlecht in einer Zeugnisnote abbilden. Eine Zwei bleibt eine Zwei, egal ob sie jemandem leichtgefallen ist oder das Ergebnis wochenlangen Büffelns war. Und während die einen schon für eine Drei enttäuschte Blicke ernten, ist dieselbe Note für andere ein riesiger Erfolg. Die Voraussetzungen sind unterschiedlich, der Maßstab ist meist derselbe.

Unsere Leistungsgesellschaft hat ohnehin eine Schwäche für diejenigen, die ganz oben stehen. Die Besten werden gefeiert, die größten Erfolge ausgezeichnet. Wer sich von weiter unten nach oben kämpft, geht dabei schnell unter. Dabei ist gerade dieser Weg eine Anerkennung wert.

Eigentlich sollte es keinen besonderen Preis brauchen, damit solche Fortschritte gesehen und gewürdigt werden. Solange unsere Gesellschaft aber lieber auf Spitzenleistungen als auf persönliche Entwicklungen schaut, setzt die Bürgerstiftung mit ihrem Springbock-Preis genau das richtige Zeichen: Es lohnt sich, dranzubleiben. Denn nicht nur Einser verdienen Applaus.