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Glosse

Nichtstun will gelernt sein

Heute ist Tag des Faultiers. Ein schöner Anlass, um einmal nichts zu tun. Wobei der Gedanke schon beim Schreiben Unbehagen auslöst. Nichts? Den ganzen Tag?
Unser heutiges Vorbild: Das Faultier.

Unser heutiges Vorbild: Das Faultier.

Bild: Adobe Stock/Lukas

Man könnte wenigstens die Spülmaschine ausräumen. Kurz die Mails checken. Wenn man schon auf dem Sofa sitzt, könnte man nebenher noch die Steuerunterlagen sortieren. Und der Keller müsste auch mal wieder…

Das Faultier kennt solche Probleme nicht. Es hängt am Ast. Stundenlang. Ohne To-do-Liste, ohne schlechtes Gewissen. Damit ist es dem Menschen, insbesondere hier im Süden Deutschlands, evolutionär möglicherweise einen Schritt voraus. Wir haben Waschmaschinen, Mähroboter und Apps erfunden, die uns Arbeit abnehmen. Die gewonnene Zeit nutzen wir konsequent – um andere Arbeit zu erledigen.

Vielleicht sollten wir den Ehrentag deshalb ernst nehmen und einfach mal faul sein. Ich habe es mir jedenfalls fest vorgenommen. Gleich nachdem ich noch schnell ein paar Sachen erledigt habe.