

Leonberg/Stuttgart. Die Strecke zwischen dem Glemseck und Stuttgart-Büsnau steht derzeit verstärkt im Blick von Polizei und Stadt Leonberg. Ein Bürger hatte darauf hingewiesen, dass einzelne Motorradfahrer die L 1187 offenbar wie eine Rennstrecke nutzen. Die ersten Kontrollen bestätigten, dass es auf dem Abschnitt immer wieder zu erheblichen Geschwindigkeitsverstößen kommt.
Besonders auffällig war ein 21 Jahre alter KTM-Fahrer am 10. August. Gegen 20.20 Uhr bemerkte ihn eine Streifenwagenbesatzung auf der Fahrt vom Glemseck in Richtung Büsnau. Nach Angaben der Polizei überholte der junge Mann in unübersichtlichen Kurven mehrere Fahrzeuge und beschleunigte bei erlaubten 50 beziehungsweise 60 Kilometern pro Stunde auf deutlich mehr als 100 Kilometer pro Stunde.
Als die Beamten mit Blaulicht und Martinshorn auf sich aufmerksam machten, fuhr der 21-Jährige zunächst weiter. Erst im Kreisverkehr bei Büsnau konnte er gestoppt und kontrolliert werden. Gegen ihn wird wegen des Verdachts auf ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen ermittelt. Zudem war die Betriebserlaubnis seiner KTM wegen verschiedener Veränderungen am Motorrad erloschen. Die Polizei beschlagnahmte seinen Führerschein.
Nur wenige Tage später fiel ein weiterer Motorradfahrer auf. Am Mittwochabend, 19. August, war ein 19 Jahre alter Ducati-Fahrer gegen 20 Uhr auf der L 1187 unterwegs. Zwei Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Stuttgart, die dort mobile Kontrollen durchführten, bemerkten seine deutlich überhöhte Geschwindigkeit und nahmen die Verfolgung auf.
Am Kreisverkehr bei Büsnau wendete der 19-Jährige und fuhr weiter. Dabei überschritt er die zulässige Höchstgeschwindigkeit nach Angaben der Polizei um rund 100 Kilometer pro Stunde. Zudem überholte er Radfahrende, einen Motorradfahrer und zwei Autos. Auf Höhe einer Verkehrsübungsanlage konnte die Polizei ihn schließlich anhalten. Auch sein Führerschein wurde beschlagnahmt. Gegen ihn läuft ebenfalls ein Verfahren wegen des Verdachts auf ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen.
Doch die beiden Fälle blieben nicht die einzigen Verstöße. Bei den Kontrollen am 19. und 20. August waren zwei weitere Motorradfahrer so schnell unterwegs, dass ihnen ein Fahrverbot droht. Vier weitere überschritten die zulässige Geschwindigkeit um bis zu 40 Kilometer pro Stunde. Außerdem registrierte die Polizei kleinere Tempoverstöße, abgefahrene Reifen und einen Verstoß gegen ein Überholverbot.
Dass die Polizei gerade die Geschwindigkeit in den Blick nimmt, hat einen konkreten Hintergrund: Im Jahr 2025 war nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallursache bei Unfällen mit Beteiligung von Motorradfahrenden.
Nach Einschätzung der Polizei gefährdet besonders schnelles und riskantes Fahren nicht nur die Fahrer selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Zugleich betont sie, dass sich die Mehrheit der Motorradfahrer regelkonform und umsichtig verhalte.
Die verstärkten Kontrollen kommen offenbar auch bei vielen Menschen vor Ort gut an. Passanten, die die Einsätze beobachteten, reagierten nach Angaben der Polizei positiv. Die Stadt Leonberg und das Polizeipräsidium Ludwigsburg wollen die Kontrollen auf der Strecke deshalb bis auf Weiteres auf hohem Niveau fortsetzen.




