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Aus dem Gemeinderat

Rettungszentrum Ehningen: Gemeinderat macht Weg für Neubau frei

Einstimmiges Votum für den Bebauungsplan „Eingemachtes Wäldle“. Doch Standort, Waldrodung und Artenschutz sorgen weiter für Diskussionen. Von Annette Nüßle
Entlang der Bühlallee soll das neue Rettungszentrum entstehen.

Entlang der Bühlallee soll das neue Rettungszentrum entstehen.

Bild: Nüßle

Das geplante Rettungszentrum für die Freiwillige Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz ist einen Schritt weiter. Der Ehninger Gemeinderat hat die Entwurfsunterlagen zum Bebauungsplan „Eingemachtes Wäldle“ und zu den örtlichen Bauvorschriften einstimmig gebilligt. Damit ist der Weg für die nächsten Planungsschritte frei. Baurecht besteht allerdings noch nicht.

Damit das Rettungszentrum gebaut werden kann, müssen neben dem Bebauungsplanverfahren drei weitere Verfahren abgeschlossen werden. Der Flächennutzungsplan muss geändert und die Umwandlung der Waldfläche genehmigt werden. Außerdem ist ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren notwendig, weil das Gelände am Rand eines regionalen Grünzugs liegt. Darüber entscheidet das Regierungspräsidium Stuttgart.

Entscheidung im April?

Die Unterlagen für dieses Verfahren sollen Ende November oder Anfang Dezember eingereicht werden. Mit einer Entscheidung rechnet die Verwaltung im April 2027. Danach könnte der Gemeinderat die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans beschließen. Bürger und Behörden hätten dann Gelegenheit, Stellung zu nehmen.

Daniela Toscano.

Daniela Toscano.

Bild: Gemeinde Ehningen

Läuft alles nach Plan, könnte der Satzungsbeschluss im Herbst 2027 folgen. Im Winter 2027 wären erste Rodungsarbeiten möglich, der eigentliche Baubeginn ist für Anfang 2028 vorgesehen. Die Verwaltung betonte allerdings, dass sich dieser Zeitplan durch Einwendungen oder andere Schwierigkeiten noch verschieben könne.

Grüne fordern Prüfung

Die Grünen halten den Standort weiterhin für problematisch. Gemeinderätin Daniela Toscano erklärte: „Wir wollen ein neues Feuerwehrhaus, und zwar schnell. Die Frage ist nicht, ob es kommt, sondern wo und ob der gewählte Weg vor dem Regierungspräsidium trägt.“

Ihre Fraktion fordert erneut, das gemeindeeigene Zweygart-Areal in den Hinteren Burgwiesen als Alternative zu prüfen. Das rund 13.000 Quadratmeter große Grundstück liegt außerhalb des regionalen Grünzugs. Die Verwaltung verwies auf Probleme bei der Zufahrt, die Nähe zur Wohnbebauung und bestehende Nutzungsrechte. Das Gelände könnte erst 2028 oder 2029 zur Verfügung stehen, ein Neubau dort womöglich erst 2030 beginnen. Ob das Areal dennoch in die Alternativenprüfung einbezogen werden muss, hängt von der Entscheidung des Regierungspräsidiums ab.

Fragen zum Artenschutz

Ausführlich beschäftigten sich die Grünen mit den Artenschutzgutachten. Toscano wollte wissen, weshalb bei der Suche nach der Wechselkröte keine nächtlichen Begehungen während der Laichzeit stattgefunden hatten. Auch bezweifelte sie, dass die Untersuchungen ausreichen, um Schlingnattern auszuschließen. Weitere Fragen betrafen Gelbbauchunke, Springfrosch und geschützte Fledermausarten.

Tierökologe Dr. Deutschle widersprach. Der betroffene Waldbereich biete Wechselkröten und Schlingnattern keine geeigneten Lebensräume. Auch bei den übrigen Arten sah er keinen Anlass für zusätzliche Untersuchungen.

Lärm und Beleuchtung

Toscano bemängelte zudem das fehlende Klimagutachten und fragte nach den Auswirkungen von Lärm und Beleuchtung auf die Tierwelt. Laut Fachplanern ist die klimatische Bedeutung des Waldes bereits im Umweltbericht berücksichtigt. Zusätzlicher Lichteinfall in den Wald soll durch das Beleuchtungskonzept verhindert werden.

Für das Rettungszentrum sollen dauerhaft 1,58 Hektar Wald umgewandelt werden. Als Ausgleich sind Aufforstungen im Maurener Tal und bei der Kläranlage sowie die Umwandlung eines Fichtenbestands in Eichenwald vorgesehen.

Zahlreiche Schutzmaßnahmen

Bei den Untersuchungen wurden 44 Vogelarten, zehn Fledermausarten sowie Haselmäuse, Eidechsen und verschiedene Käferarten nachgewiesen. Für sie sind zahlreiche Schutzmaßnahmen geplant, darunter 24 Nisthilfen für Vögel, 51 Ersatzquartiere für Fledermäuse und neue Lebensräume für Haselmäuse und Eidechsen.

Mit den Vorbereitungen soll noch in diesem Herbst begonnen werden. Die Ersatzlebensräume müssen vor der Rodung vorhanden sein. Die Fachplaner bezeichneten den Zeitplan als anspruchsvoll, aber möglich.

Paradies für Haselmäuse

Lukas Rosengrün.

Bild: Stollberg/z

Bürgermeister Lukas Rosengrün verteidigte die Planungen. Durch die Ausgleichsmaßnahmen könnten für einzelne Tierarten sogar bessere Lebensbedingungen entstehen. Mit Blick auf die Haselmaus sprach er vom „Haselmausparadies“. Wer sich die geplanten Maßnahmen und die Kartierung anschaue, könne zu dem Ergebnis kommen, „dass der Lebensraum für die Haselmaus deutlich besser ist als davor“.

Trotz ihrer Kritik stimmten auch die Grünen dem Entwurf zu. Toscano kündigte an, die Einwände ihrer Fraktion schriftlich nachzureichen. Die Verwaltung sagte zu, offene Fragen zu prüfen und genauere Unterlagen zu den Ausgleichsmaßnahmen vorzulegen.