

Sindelfingen/ Chelm. Am Dienstag startete die Initiative „Helfen statt hamstern“ die große Spendenaktion für die Sindelfinger Partnerstadt Chelm in Polen. Chelm liegt nahe der ukrainischen Grenze, täglich kommen dort Züge mit Kriegsflüchtlingen an.
Spenden für Chelm und die Ukraine können bis zum 13. März sieben Tage die Woche von 10 bis 17 Uhr in der Klosterseehalle abgegeben werden. „Wir mussten den Sammelort verlegen. Die Spendenbereitschaft ist so groß, dass der Platz in der Galerie im alten Rathaus nicht ausgereicht hätte“, so Stadtrat Max Reinhardt, einer der Organisatoren der Spendenaktion.
Für die Aktion bittet Max Reinhardt um weitere Unterstützung: „Für die Abendstunden haben wir genug Helfer, aber während der Arbeitszeiten brauchen wir noch Leute. Außerdem werden für den Transport der Hilfsgüter noch ehrenamtliche LKW-Fahrer gesucht.“
Bereits am kommenden Sonntag soll eine erste Fahrt an die polnische Grenze unternommen werden. Mitarbeiter der Stadt Chelm holen die Sachen dort ab und bringen sie in Kleintransportern in die Stadt.
Moldawien soll ebenfalls mit den Spenden unterstützt werden. Auch dort kommen viele Flüchtlingen an. Die humanitäre Lage ist in dem Land, das zu den ärmsten in Europa zählt, besonders prekär. Max Reinhardt: „Unser Fokus liegt auf der polnischen Partnerstadt, aber wir wollen auch andere Gebiete mit der Aufgabe der Flüchtlingsversorgung nicht alleine lassen.“
„Den Rest der Hilfsgüter wollen wir nach Freiburg und Filderstadt bringen. Diese Städte werden in den nächsten Wochen wohl Familien aus deren ukrainischen Partnerstädten Lwiw und Poltawa aufnehmen“, sagt Brigitte Stegmaier, Vorsitzende des Sindelfinger Partnerschaftsvereins ISPAS, der ebenso wie der VfL Sindelfingen an der Hilfsaktion beteiligt ist.
Am 14. März soll mindestens ein weiterer Lastwagen mit Hilfsgütern aufbrechen. „Wir rechnen aber damit, dass es mehrere LKW-Ladungen werden“, sagt Max Reinhardt mit Blick Kleidung, Hygieneartikel, Schlafsäcke und vielem mehr, die sich schon am ersten Tag der Aktion in der Klosterseehalle stapeln. „Wir wurden wirklich im positivsten Sinne überrannt. Manche haben ihre Hilfsgüter auch an der Galerie abgegeben. Da fährt im Moment ein Shuttle, um die Spenden hierher zu bringen“, so Reinhardt.
Er bittet darum die Spendenaktion nicht mit einer Altkleidersammlung zu verwechseln: „Gebraucht werden vor allem Hygieneartikel, Erste Hilfe-Sets, Baby- und Kindersachen. Da die Männer die Ukraine nicht verlassen dürfen, sind unter den Geflüchteten vor allem Frauen und kleine Kinder.“
Bei der Stadt Sindelfingen haben sich zudem weitere Gemeinden und Privatpersonen gemeldet, die ebenfalls Sachspenden sammeln wollen. Dort mangelt es nicht am Willen zu helfen, aber an Kontakten zu den hilfsbedürftigen Stellen. Deswegen werden die Güter aus umliegenden Gemeinden zentral in Sindelfingen gesammelt und weitertransportiert.
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Die Sindelfinger Spendenaktion läuft bis 13. März. Hilfsgüter können in der Klosterseehalle im Sommerhofenpark 1 in Sindelfingen täglich zwischen 10 und 17 Uhr abgegeben werden. Gebraucht wird alles, das hilft und haltbar ist. Zum Beispiel: Wasser, Reis, Kleidung, Umzugskartons, Hygieneartikel. Mehr unter www.helfen-statt-hamstern.de oder telefonisch unter 0 70 31/30 47 47 70.



