

Sindelfingen. Wer in die Sindelfinger Stadthalle kam, wurde von zwei Frauen begrüßt und mit einer neuen FFP2-Maske ausgestattet. Beide sind beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes tätig und unterstützen die stattfindende Spendenaktion. Dafür kontrollieren Sie am Eingang die Ausweise aller freiwilligen Spender, bevor diese zum Gesundheits-Check weitergehen. Für den 14. Februar hatten sich 190 Menschen angemeldet und damit alle Termine für diesen Tag ausgebucht. Insgesamt kamen bei der Aktion 95 Liter Blut zusammen.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist auf die Spenden der Freiwilligen angewiesen. Täglich werden in Deutschland über 15 000 Blutspenden benötigt. Diese kommen bei Unfällen, Krebs-Therapien, Operationen und Immunerkrankungen zum Einsatz. In den letzten zehn Jahren war ein deutlicher Rückgang bei der Zahl der Vollblutspenden zu verzeichnen. Seit Corona ist aber wieder ein Aufwärts-Trend zu erkennen.
In Zeiten von Corona fragen sich viele, ob es sicher ist, Blut zu spenden. Das DRK spricht sich deutlich dafür aus. Grund zur Sorge sich bei einem Corona-positiven Spender anzustecken oder infiziertes Blut verabreicht zu bekommen gäbe es nicht. Bei der Spende gilt die 3G-Regel. Sollte nach dem Termin zur Blutabgabe eine Infektion festgestellt werden, meldet der betroffene Spender dies an den Blutspendedienst des Roten Kreuzes. Zuständige Ärzte entscheiden dann in jedem Fall einzeln über das weitere Vorgehen.
Die für Sindelfingen zuständige Referentin des Blutspendedienstes, Michaela Kuch, spricht seit dem Beginn der Pandemie von einem 40 prozentigen Anstieg bei den Spenden. Durch die Online-Terminbuchungen sei die Blutabgabe planbarer geworden. „Statt zwei Stunden in der Schlange zu stehen, kommen die Leute zu ihrem Termin und sind nach höchstens 45 Minuten wieder raus. Das ist natürlich viel angenehmer“, so Michaela Kuch. Das System soll auch nach Corona beibehalten werden.
Jeder Spender gewinnt auch persönliche Vorteile. Zu jeder Spende gehört ein kleiner Gesundheitscheck. Der Blutdruck und die Körpertemperatur werden gemessen, die Hämoglobin-Konzentration bestimmt und ein Arzt führt mit jedem potenziellen Spender ein Gespräch. Das gespendete Blut wird außerdem auf Infektionskrankheiten, wie HIV und Syphilis, getestet und man erfährt, zu welcher Blutgruppe man gehört. Nach der Spende kann sich jeder über kostenlose Snacks freuen. „Wegen Corona darf leider gerade kein Buffet stattfinden. Das finden die Leute natürlich schade. Die stehen nach der Spende noch gern zusammen, aber das kommt ja hoffentlich bald wieder“, sagt Michaela Kuch.
Im Endeffekt geht es aber vor allem um das gute Gefühl Leben zu retten. Das DRK macht darauf aufmerksam, dass das Leben voller Überraschungen ist und man nie wissen kann, ob man selbst einmal Betroffener sein wird.




