Menü
Ausstellung in Böblinger Volksbank

Sindelfingen/Böblingen/Leonberg: Was Schreiner-Azubis heute können

Ausstellung von Montag bis Freitag bei der Volksbank in Böblingen.
Von Peter Maier
Martin Molfenter stand wie jeder Schreinerazubi vor der Frage: Was baue ich als Gesellenstück?    Bild: z

Martin Molfenter stand wie jeder Schreinerazubi vor der Frage: Was baue ich als Gesellenstück? Bild: z

Böblingen/Leonberg. Martin Molfenter stand wie jeder Schreinerazubi vor der Frage: Was baue ich als Gesellenstück?

Für ihn als Tubaspieler war gleich klar, dass sein Möbel mit dieser Leidenschaft in Bezug stehen muss und zur Aufbewahrung von Musiknoten Nutzung finden soll. Sein Gesellenstück stellt er nach der Fertigstellung ehrenwerterweise erst einmal in der Probenraum seines Musikvereins. Der Musikverein Renningen kann sich also auf einen neues Möbelstück für die Aufbewahrung der Noten seiner Musiker freuen, allerdings nur als Leihgabe.

Nach eigenen Entwürfen

Der Noch-Azubi steht kurz vor dem Abschluss seiner Berufsausbildung zum Schreiner bei der Schreinerei Mörk in Leonberg, Mitglied in der Schreinerinnung Böblingen. Bei den Schreinern ist seit jeher das Gesellenstück ein Teil der Prüfung. Gebaut wird nach eigenen Entwürfen meist ein Möbelstück.

Martin Molfenter (Bild: z) hat den Quadratmeter und die Gestaltungsfreiheit voll ausgenutzt. Sein Sideboard steht auf einem Fußgestell aus Ahornholz. Die Bauteile des Korpus werden mit Birnbaumfurnier mit feinen Ästchen belegt. Das Möbel hat rechts und links zwei Türen, die in Wurzelfurnier aus Nussbaum furniert sind. In der Mitte sind drei Schubkästen, für die er schlichtes Nussbaumfurnier ausgewählt hat. Die Schubkästen steigen von oben nach unten in der Höhe an, die Aufteilung der Schubkastenhöhen erfolgt nach dem goldenen Schnitt.

Ein besonderer Clou ist, dass das Furnier für die Türen nicht aus einem Furnierblatt besteht, sondern aus vier Blättern. Diese werden so gekippt, gedreht und gespiegelt angeordnet, dass sich ein in Fachkreisen Kreuzfuge genanntes Bild ergibt.

Der Abnehmer von Martin Molfenters Gesellenstücks ist wie bereits erwähnt vorerst der Musikverein Renningen. Der angehende Schreinergeselle stimmt sehr gekonnt die Maße von Fächern und Schubkästen auf die Aufbewahrungsvarianten von Noten in Ordnern und Notentaschen ab.

Der theoretische Teil der Ausbildung zum Schreiner findet an der Gottlieb-Daimler-Schule 2 in Sindelfingen statt und ist bereits abgeschlossen. Den dort angebotenen Zusatzunterricht für die Ausbildung zur CAD-/CNC-Fachkraft hat Martin Molfenter gerne besucht und das entsprechende Zertifikat erworben, auch wenn sein Ausbildungsbetrieb momentan keine computergesteuerte CNC-Holzbearbeitungsmaschine besitzt. Über die Anschaffung einer CNC-gesteuerte Oberfräse denkt Bernhard Mörk, der Chef und Ausbilder von Martin Molfenter, derzeit aber nach.

Im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung werden neben dem Sideboard von Martin Molfenter die Gesellenstücke seiner Mitstreiter zu sehen sein. Die Ausstellung ist von Montag, 17. bis Freitag, 21. Juli bei der Volksbank Böblingen am Friedrich-List-Platz 1 zu besichtigten.