Menü
GDS1

Sindelfingen: Ein Wiedersehen voller Geschichten aus 50 Jahren

Der Abiturjahrgang 1976 der Gottlieb-Daimler-Schule blickt auf prägende Schuljahre zurück und entdeckt bei seinem Jubiläum die Schule von heute.

Sindelfingen. Wer kann sich noch an die Schulzeit erinnern, an die Lehrer und die ehemaligen Mitschüler? Einige halten sicherlich hier und da Kontakt, doch wie lange hält das – 10, 20, vielleicht 30 Jahre? Das 50-jährige Abitur-Jubiläum, das ist dann doch etwas Besonderes – ein Grund zu feiern. Genau diese Feier starteten die ehemaligen Schüler der Gottlieb-Daimler-Schule des Abiturjahrgangs 1976 in dieser Woche an ihrer alten Schule.

Erst seit drei Jahren hatte man 1973 an der Gottlieb-Daimler-Schule ein Berufliches Gymnasium eröffnet. Eine Schulform, die es bis heute in nur wenigen Bundesländern gibt. Ins Leben rief sie die Landesregierung Ende der 60er-Jahre, um mehr Jugendlichen den Weg zum Abitur zu ebnen – vorne mit dabei die GDS.

In fremde Räume ausweichen

Anfangs bereits technisch geprägt, starteten in Summe etwa 20 Schüler in zwei Klassen für drei Jahre den immer noch neuen Schulzweig. Um den Unterricht in allen Bereichen zu gewährleisten, mussten die Neuankömmlinge noch regelmäßig in Räume der nahegelegenen Realschule oder des Goldberg-Gymnasiums ausweichen. Da hat sich bis heute viel verändert. Das Gebäude, in dem das TG damals untergebracht war, gibt es schon lange nicht mehr.

Was bleibt, sind aber die Erinnerungen 50 Jahre nach dem Abschluss. Die mittlerweile in Rente gegangenen Ex-Schüler können noch immer einige Anekdoten zum Besten geben. Die Lehrer, die damals am TG oft noch eine lange Zeit in der Bundeswehr gedient haben, waren noch ein ganz anderer Schlag. So haben sich viele der ehemaligen Abiturienten des Jahrgangs 1976 sehr anstrengen müssen. „Nach drei Jahren Deutsch am TG wussten wir, wie die deutsche Rechtschreibung funktioniert, sonst war klar, dass es eine 6 gibt,“ bestätigen die Jubilare. Aber sie sind ihnen für vieles dankbar, selbst für die kleinen Dinge im Leben: „Es war schon praktisch, man konnte am TG die zweite Fremdsprache streichen. Dann habe ich Französisch trotzdem als freiwilligen Kurs besucht. Bis heute kann ich zumindest Essen bestellen.“

Als wäre es gestern gewesen

Viele Momente verbinden aber auch die Vergangenheit und die Gegenwart. Als wäre es gestern gewesen, erinnern sich die Ex-Schüler aber an die gleichen Erlebnisse, wie unsere jetzigen TG-Schüler. Das Ski-Schullandheim war und ist ein Highlight, das selbst nach 50 Jahren noch glückliche Erinnerungen hervorruft. Was ebenfalls verbindet, ist die Freude an praktischem Unterricht. Wilhelm Schäberle hat nach seiner beruflichen Laufbahn als Chirurg begonnen, Skulpturen zu modellieren: „Schon damals in der Schule war es toll, mit den Händen an der Materie zu sein. Das habe ich mir bis heute mitgenommen und kann es jetzt wieder aufgreifen.“

Wie die praktische Arbeit heute aussieht, erlebten die Jubilare natürlich auch. In den Werkstätten schauten sie den heutigen TG-Schülern über die Schulter und konnten erfahren, mit welchen Maschinen heute der Unterricht umgesetzt wird. So entfuhr es Dietmar Maier: „Seit über 20 Jahren sage ich, dass ich froh bin, nicht mehr in die Schule gehen zu müssen. Wenn ich mir die Möglichkeiten heute aber anschaue, wird es aber doch wieder spannend.“

Viele Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt

Und wer weiß, was aus den heutigen Schülern wird. Die ehemaligen Abiturienten haben gezeigt, dass man viele Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt hat. Trotz des technisch orientierten Abiturs wählten nur etwa die Hälfte einen technischen Beruf im Maschinenbau oder als Bauingenieur. Ebenso zog es die Abiturienten von damals in den kaufmännischen Bereich oder, wie bereits erwähnt, in die Medizin mit Einsätzen bei „Ärzte ohne Grenzen“ in Sierra Leone in den 90er-Jahren.

Am Ende des Besuchs wurde deutlich, wie prägend die drei Jahre am Technischen Gymnasium für viele gewesen sind. Auch wenn die Lebenswege der ehemaligen Schüler in ganz unterschiedliche Richtungen führten, verbindet sie bis heute die gemeinsame Zeit an der Gottlieb-Daimler-Schule. Das Wiedersehen zeigte eindrucksvoll, dass Schule weit mehr ist als Unterricht – sie schafft Erinnerungen und Freundschaften, die selbst nach 50 Jahren noch Bestand haben.