

Sindelfingen. Raus aus dem Alltag, Neues erfahren, nette Leute kennenlernen und sich einmal richtig verwöhnen lassen – das ist die Vorstellung von Urlaub. Seit über 50 Jahren sorgen die evangelische Kirchengemeinde und das „Frohe Alter – Sindelfingen-Gemeinschaft für aktive Menschen“ bei Senioren für Urlaubserlebnisse ganz ohne Kofferpacken. Bereits nächste Woche startet die diesjährige Auflage der Seniorenstadtranderholung, und für die beiden Wochen sind noch Plätze frei.
„Wir bieten ein Rundum-Sorglos-Programm an“, sagt Heike Rüter, Geschäftsstellenleiterin „Frohes Alter“. Das beginnt bereits mit der Sonderbuslinie, die die Senioren an verschiedenen Punkten im Stadtgebiet abholt. „Das Busunternehmen Pflieger macht es trotz der angespannten Personallage möglich, dass unsere Gäste mit Niederflurbussen abgeholt und ins Eichholzer Täle gefahren werden. Wer möchte, kann auch gerne zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen.“ Zielgruppe sind alle ab 70 Jahren, und viele der Gäste kommen bereits zum zweiten, dritten oder gar vierten Mal. „Die Gäste sind ganz gemischt, es kommen Ehepaare, aber auch Singles, und sowohl Frauen auch als Männer lassen es sich in dieser Woche richtig gut gehen. So mancher trifft hier Schulfreunde oder Nachbarn von früher wieder oder lernt Gleichgesinnte kennen, mit denen man auch nach der Freizeit etwas gemeinsam unternehmen möchte.“
Bereits 1969 gründete Gisela Nolting (spätere Burger) das „Frohe Alter“ und startete mit der Seniorenstadtranderholung. War das Angebot zunächst auf mehrere Standorte verteilt, findet der „Urlaub ohne Koffer“ seit vielen Jahren im „Eichholzer Täle“ statt. Das Angebot ist bei den Sindelfinger Senioren beliebt, und dennoch gibt es dieses Jahr noch fast dreißig freie Plätze. Wurde das Angebot früher viel durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt und rege genutzt, ist das Interesse augenscheinlich gesunken. „Wir führen das auf die besonderen Bedingungen in den letzten beiden Jahren zurück und dass sich die Senioren während Corona auch sonst nicht viel getroffen haben“, sagt Irma Oechsle, ehrenamtliche Leiterin aus der evangelischen Gesamtkirchengemeinde und freut sich, wenn es dieses Jahr wieder mehr Anmeldungen und Gäste gibt.
Gleich nach der Anreise gibt es für alle Gäste ein leckeres Frühstück. Dafür sorgt Martin Hess, Leiter des evangelischen Ferienwaldheims „Eichholzer Täle“. Er und sein Team sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan. Ganz besonders beliebt sind dabei der Tafelspitz mit Meerrettich und auch der Kaiserschmarrn. „Das darf bei keiner der Freizeiten fehlen“, sagt er. „Gerade Gerichte, die etwas anspruchsvoller sind und sich für einen allein oder zu zweit zu kochen zu aufwendig sind, sind gerne gesehen.“
Für das Programm ist Irma Oechsle verantwortlich. „Die Tage sind abwechslungsreich gestaltet. Wir haben Vorträge über Themen, die die Altersgruppe bewegen genauso im Programm wie musikalische Beiträge. Brett- und Kartenspiele sorgen für Abwechslung, und das beliebte Quiz gehört seit vielen Jahren zum Programm. „Noch sind Plätze frei, und wir freuen uns über Anmeldungen. Sollte dabei die Teilnahmegebühr ein Hindernis sein, finden wir in den meisten Fällen auch hier eine Lösung“, sagt Heike Rüter. Für sie selbst ist es die erste Seniorenstadtranderholung, hat sie doch die Geschäftsführung beim „Frohen Alter“ erst im Februar übernommen.



