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Holzgerlingen

Smart Building statt Hörsaal

Carolina Maier aus Heimsheim ist Auszubildende zur Elektronikerin für Gebäudesystemintegration im zweiten Lehrjahr bei Elektro Breitling in Holzgerlingen.
Von Konrad Schneider
Nach dem Abitur hat sich Carolina Maier bewusst gegen ein Studium und für eine Ausbildung entschieden.

Nach dem Abitur hat sich Carolina Maier bewusst gegen ein Studium und für eine Ausbildung entschieden.

Bild: z

Holzgerlingen. Wer im Handwerk lernt, arbeitet an echten Lösungen: für Energieeffizienz, Klimaschutz, moderne Technik, Versorgung und Lebensqualität – und übernimmt Verantwortung dort, wo es zählt. Viele Tätigkeiten im Handwerk lassen sich zudem nicht einfach automatisieren, weil es auf Praxis, Erfahrung und das Zusammenspiel von Kopf und Hand ankommt.

Immer mehr Abiturientinnen und Abiturienten zieht es daher ins Handwerk: 2025 haben 730 eine Ausbildung in der Region Stuttgart begonnen, ein Plus von 17,4 Prozent. Carolina Maier, Auszubildende zur Elektronikerin für Gebäudesystemintegration aus Heimsheim, zeigt, welche Perspektiven ihnen eine handwerkliche Ausbildung bietet.

So digital ist Handwerk heute

Wenn Carolina Maier aus Heimsheim von ihrem Beruf erzählt, klingt das weniger nach „klassischer Baustelle“. Als Auszubildende zur Elektronikerin für Gebäudesystemintegration im zweiten Lehrjahr bei Elektro Breitling in Holzgerlingen verbindet sie Planung, Programmierung und Baustelle. Sie arbeitet an Technik, die nicht nur Energieeffizienz und Komfort in den Alltag bringt, sondern auch Gebäude zum Leben erweckt.

Nach dem Abitur hat sie sich bewusst gegen ein Studium und für eine Ausbildung entschieden. „Mir liegt das praktische Arbeiten mehr und ich wollte einen Beruf, der krisenfest ist und mir eine Grundsicherheit bietet“, erzählt Carolina Maier. Ein weiterer Pluspunkt: In der Ausbildung verdient sie vom ersten Tag an Geld und gerade in technischen Berufen sind perspektivisch die Verdienstmöglichkeiten sehr gut.

"Man lernt sehr viel"

Auf den noch jungen Ausbildungsberuf wurde sie durch ihren Betrieb aufmerksam. In der Ausbildung verknüpft sie Energie- und Gebäudetechnik mit Systemintegration. Das bedeutet: mal im Büro planen und vorbereiten, dann auf der Baustelle testen und Fehler finden – bis das System im Gebäude wirklich so läuft, wie es soll.

Anwendungen reichen von Beleuchtung, Jalousien und Fensterantrieben bis zur Photovoltaik, bei der Einspeisung und Verbrauch intelligent aufeinander abgestimmt werden. Leicht sei das nicht, sagt Carolina Maier: Immer wieder kommen neue Hersteller und Systeme dazu. Das bedeute kontinuierliches Einarbeiten, aber genau das motiviere sie auch: „Man lernt sehr viel, wenn einem etwas zugetraut wird.“

Und KI? Für Carolina Maier ist sie Werkzeug, nicht Ersatz. „Projektierung, die Ausarbeitung auf der Baustelle, das kann keine KI ersetzen. Eher entstehen dadurch noch mehr Möglichkeiten“, sagt sie. Als junge Frau in einem technischen Beruf fällt sie noch immer auf. In weniger gemischten Teams zu arbeiten, war für sie anfangs gewöhnungsbedürftig. Doch die Akzeptanz sei hoch: „Gerade andere Frauen sind begeistert, wenn ich von meiner Ausbildung erzähle.“ Nach der Ausbildung möchte sie zunächst Berufserfahrung sammeln; langfristig kann sie sich die Weiterbildung zur Meisterin vorstellen, um noch mehr Verantwortung zu übernehmen.