

Sindelfingen/Kreis Böblingen. Die IHK-Bezirkskammer Böblingen und die Stadt Sindelfingen haben eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit für das beschleunigte Fachkräfteverfahren unterzeichnet. Die Ausländerbehörde der Stadt und die IHK werden gemeinsam die in Sindelfingen ansässigen Unternehmen, die Fachkräfte aus dem Ausland anwerben wollen, entlang des gesamten Prozesses unterstützen. Unterzeichnet wurde der Kooperationsvertrag vom Oberbürgermeister der Stadt, Markus Kleemann und der Leitenden Geschäftsführerin der IHK-Bezirkskammer, Marion Oker.
Ziel der Kooperation ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, internationale Fachkräfte zu gewinnen und einzustellen und sie langfristig zu halten. Dafür berät ein extra geschaffenes Projektteam zentral bei der IHK Region Stuttgart die Mitgliedsbetriebe umfassend zum Thema Fachkräfteeinwanderung und zum beschleunigten Fachkräfteverfahren sowie zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.
Neben der beratenden Tätigkeit unterstützt die IHK auch konkret bei der Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen und leitet diese direkt an die Ausländerbehörde der Stadt Böblingen weiter. Die Ausländerbehörde kann durch die Nachforderung fehlender Dokumente alle erforderlichen Schritte ohne Zeitverlust direkt einleiten.
Oberbürgermeister Markus Kleemann sagt: „Die Sicherung von Fachkräften ist eine der zentralen Herausforderungen für unseren Wirtschaftsstandort. Mit der neuen Kooperation beschleunigen wir Verfahren spürbar und stärken gleichzeitig die Unterstützung für unsere Unternehmen. Die Kooperation ergänzt weitere Aktivitäten der Stadt Sindelfingen im Bereich der Fachkräftesicherung, darunter die neu gestartete Fachkräfte-Allianz.“
Die Leitende Geschäftsführerin der IHK-Bezirkskammer Böblingen Marion Oker betont: „Wir freuen uns, dass wir mit der Stadt Sindelfingen diese Vereinbarung schließen können. Die Gewinnung von internationalen Fachkräften und Spezialisten ist für unsere Mitgliedsunternehmen von großer Bedeutung. Und als IHK können wir sie vor Ort und direkt dabei unterstützen. Mit der Kooperation haben wir einen wichtigen Schritt vollendet, unseren Mitgliedsunternehmen den Zugang zum beschleunigten Fachkräfteverfahren und damit zu qualifizierten Arbeitskräften zu ermöglichen.“
Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation ergänzt sie: „Die konjunkturelle Lage im Landkreis ist leider weiterhin angespannt und bürokratische Hemmnisse werden mehr denn je als Damoklesschwert wahrgenommen. Mit der Kooperation senden die lokalen Akteure somit auch ein wichtiges Signal in die Politik, insgesamt auf schnellere und schlankere Prozesse hinzuwirken und Kooperationen einzugehen, um Verfahren zu beschleunigen.“
Die Möglichkeit, Fachkräften auch über sogenannte beschleunigte Verfahren im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes einen Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen, besteht seit 2020. Antragsteller sind dabei jedoch nicht die Fachkräfte aus dem Ausland, sondern die Unternehmen, die die Fachkräfte anstellen möchten. Über diesen Weg wird unter anderem Sprachschwierigkeiten sowie einem komplizierten Schriftverkehr entgegengewirkt. Hier setzt auch das im September 2023 gestartete Beratungsangebot und der Service der IHK an.
Ergänzend zur spezifischen Beratung und der Hilfe beim Zusammenstellen der Unterlagen erhalten die Unternehmen von den Kammern Infos und Ansprechstellen zu Onboarding, Qualifizierungsmaßnahmen zur Anpassung der Berufskompetenzen aus dem Ausland und Integration der internationalen Fachkräfte im Betrieb.




