

**Tischtennis.**Vom hochkarätig besetzten und mit 80 000 Dollar dotierten WTT Contender kehrte die 17-jährige mit einer hell glänzenden Silbermedaille im Gepäck zurück, die sie sich zusammen mit Nationalmannschaftskollegin Sabine Winter (TSV Dachau) im Doppel erkämpfte.
Zudem beeindruckte Kaufmann in der Einzelkonkurrenz mit einem Erfolg über die Nummer 18 der Welt. Die Europameisterin aller Nachwuchs-Altersklassen gewann gegen Cheng I-Ching aus Taiwan mit 10:12, 11:8, 10:12, 13:11 und 11:5, weshalb sie erstmals bei einem Turnier der Contender-Kategorie ins Viertelfinale einzog. Beim Fünfsatzerfolg bestach die Art und Weise, mit der die Bundesligaspielerin der SV Böblingen ihren Erfolg erzwang.
Gegen die ungemein routinierte, kaum leichte Fehler produzierende Taiwanesin spielte Kaufmann von Beginn an temporeiches Powertischtennis, trieb ihre Gegnerin immer wieder von einer Ecke in die andere, um dann selbst mit unerreichbaren Vorhandtopspins oder Rückhandschlägen zu punkten. Obendrein präsentierte sich die Jung-Nationalspielerin auch mental von ihrer besten Seite. Kaufmann steckte im Laufe des Spiels den ausgelassenen Satzball im ersten Durchgang ebenso weg wie nach dem Satzausgleich ihre nicht genutzte 9:8-Führung im dritten Satz.
Im vierten Durchgang wehrte sie zudem einen Matchball ihrer Gegnerin ab, der frustrierender kaum hätte zustande kommen können. Erst sprang der Rückschlag der Taiwanesin mit einer Netzberührung auf die Seite der Deutschen, dann touchierte die Plastikkugel zusätzlich unerreichbar für Kaufmann die Tischkante. Die 17-Jährige blieb jedoch cool, ließ nicht in ihrer Risikobereitschaft nach und holte sich mit drei beeindruckenden Punktgewinnen in Folge den vierten Durchgang mit 13:11, bevor sie ihrer Gegnerin im Entscheidungssatz mit einem Feuerwerk an punktbringenden Schlägen keine Chance mehr ließ.
Kaufmann sagte nach dem umkämpften Triumph. „Ich habe heute sehr gut gespielt und freue mich riesig, dass ich das Match gewinnen konnte und im Viertelfinale stehe. Ich glaube, das war eines meiner besten Matches überhaupt. Ich bin sehr, sehr zufrieden.“ In der Runde der letzten Acht unterlag Kaufmann dann der Südkoreanerin Jeon Jihee, der WM-Zweiten im Doppel, in drei Sätzen (8:11, 3:11, 8:11).
Diese Südkoreanerin war dann auch im Doppel-Endspiel eine Nummer zu groß, Kaufmann und Winter unterlagen Jeon Jihee/Shin Yubin mit 0:3. Zuvor hatten die beiden Deutschen die Thailänderinnen Orawan Paranang/Suthasini Sawettabut mit 11:9 im Entscheidungssatz bezwungen und zudem zwei andere Weltklasse-Doppel aus dem Weg geräumt. „Ich hoffe, dass Annett und ich in Zukunft etwas regelmäßiger miteinander spielen, denn wir harmonieren sehr gut“, sagte Sabine Winter. Annett Kaufmann ergänzte nach dem umkämpften Halbfinalerfolg: „Ich weiß eigentlich gar nicht genau, wie wir das Spiel am Ende noch gewonnen haben. Zwischendurch sah es nicht gut aus, ich war phasenweise ganz schön down, aber Sabine hat mich immer wieder aufgebaut. Ich bin total happy, dass wir es ins Doppelfinale geschafft haben.“




