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Böblingen

Über ein Jahr lang dicht: Sportanlage beim Murkenbach-Schulzentrum wieder offen

Nach umfassender Sanierung steht die Anlage in der Bussardstraße wieder Schulen, Vereinen und Öffentlichkeit zur Verfügung.

Böblingen. Noch bevor die offizielle Wiedereröffnung begann, eroberten die ersten Kinder bereits den neuen Kunstrasen und die blaue Laufbahn der sanierten Sport- und Freizeitanlage beim Murkenbach-Schulzentrum. Sie warfen sich wie Torhüter auf den Boden oder sprinteten über die neue blaue Laufbahn.

„Eine Sport- und Freizeitanlage ist erst dann wirklich fertig, wenn sie wieder genutzt wird“, sagte Böblingens Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz bei der Wiedereröffnung der Anlage im Beisein von Vertretern der Stadtverwaltung, des Gemeinderats und des Max-Planck-Gymnasiums, der Albert-Schweitzer-Realschule und der Friedrich-Silcher-Grundschule. Die Anlage in der Bussardstraße, die ein wichtiger Bestandteil der Böblinger Schullandschaft ist, war seit April 2025 wegen einer umfassenden Sanierung gesperrt. Nun steht sie wieder dem Schulsport, aber auch Vereinen und der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Finnenbahn, Laufbahn und Weg.

Die Anfang der 1980er-Jahre errichtete Anlage wurde grundlegend erneuert. Ziel war es nicht, das Angebot völlig neu zu gestalten, sondern die bestehenden Sportmöglichkeiten zu erhalten und fit für die Anforderungen von heute und morgen zu machen, so Oberbürgermeister Belz. Dabei wurden Sport, Umwelt- und Hochwasserschutz miteinander verbunden. Das große und das kleine Spielfeld haben einen neuen Kunstrasen ohne Gummigranulat bekommen. Die Laufbahn hat einen neuen Belag erhalten und ist somit die erste blaue Laufbahn in Böblingen. Die Sanierung umfasste außerdem die Weitsprunggrube, den Kugelstoß-Sektor sowie die Finnenbahn, eine Laufbahn mit Holzhackschnitzeln. Auch die Wege und Sitzmöglichkeiten wurden aufgewertet und die Sanitäranlagen und Umkleidebereiche verbessert. Der Gansseegraben wurde naturnah umgestaltet: Artenreiche Uferzonen schaffen Lebensräume für Insekten und Kleintiere, so Belz. Filterschächte in der Entwässerung sollen verhindern, dass Mikroplastik in den Gansseegraben gelangt.

Die Finnenbahn (Laufbahn mit Holzhackschnitzeln) und das kleine Spielfeld.

Bild: Gospodarczyk

Bei der Sanierung wurde auch das Extremwetter mitbedacht. Starkregen-Ereignisse können zu volllaufenden Kellern, unter anderem in der Achalmstraße, führen. Ein Rigolensystem – ein unterirdisches Regenwasser-Managementsystem – kann nun das Wasser aufnehmen, zwischenspeichern und zeitverzögert an den Boden abgeben. Insgesamt hat die Anlage nun ein Rückhaltevolumen von 2600 Kubikmetern.

Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz (Bildmitte) eröffnet die Sportanlage gemeinsam mit Vertretern aus der Stadtverwaltung und der Schulen.

Bild: Gospodarczyk

Die veranschlagten Kosten von 2,5 Millionen Euro für die Sanierung wurden eingehalten, zudem flossen 100 000 Euro Fördermittel in das Projekt. Ursprünglich war vorgesehen, die Sanierung Ende 2025 abzuschließen, Verzögerungen entstanden jedoch unter anderem durch die Nachbesserung an der Tragschicht des Kunstrasens, wie Projektleiter Martin Güthle von der städtischen Abteilung Umwelt und Grünflächen erklärte. So konnten die Arbeiten am Kunstrasen erst im Frühjahr bei milderen Temperaturen fortgesetzt werden. Die vandalismussicheren Ballfangnetze fehlen noch: Sie wurden falsch geliefert, sollen aber demnächst montiert werden.