

Maichingen. Zu den Bränden kamen noch eine Reihe technischer Hilfeleistungen. Besonders fordernd immer wieder Einsätze mit hilflosen oder verletzten Personen, die teilweise in verschlossenen Wohnungen Hilfe benötigten. Dabei konnten einige Leben gerettet werden, aber nicht alle. Glücklicherweise kam es dabei zu keiner Infektion mit dem Corona-Virus oder anderen Verletzungen unter den Wehrleuten, sicher auch dank konsequent gelebter Vorsicht und guter Schutzausrüstung. Darüber hinaus sind viele Einsatzstunden auf das Corona-Konto selbst geflossen. Bei diversen Impfterminen hat die Maichinger Wehr die Aktionen der Stadt unterstützt. Außergewöhnlich war auch ein Einsatz am 16. September – Verunreinigung im Trinkwassernetz. In vier Stunden wurden über 100 Hydranten gespült, um das Chlor, welches von den Stadtwerken zur Desinfektion ins Leitungsnetz gegeben wurde, schnell überall zu verteilen.
Mit 74 war die Zahl der Fehlalarme wieder deutlich höher als 2020. Oft sind es Brandmeldeanlagen, in wenigen Fällen sogar mutwillig ausgelöst. Aber auch Heimrauchmelder riefen die Feuerwehr auf den Plan. Eine an sich sinnvolle und gute Früherkennung für Brände, die manchmal aber auch Defekte aufweist. Ärgerlich wird es dann, wenn die Feuerwehr spät abends alarmiert wird, weil Nachbarn sich dann erst vor dem Schlafengehen an dem teils seit Stunden zu hörenden Piepsen stören. „Man muss schon sehr an sich halten“, so Abteilungskommandant Sascha Luft in seinem Bericht.
Ohne ausreichendes Training lässt sich das breite Spektrum an Einsätzen nicht bewältigen. Über das Jahr hinweg kamen 209 Diensttermine zustande. Anfang des Jahres noch rein digital, dann bis zur Jahresmitte hauptsächlich in kleinen Gruppen. Um bei Einsatz und Übungen möglichen Infektionsketten vorzubeugen und den Ausfall der gesamten Wehr zu verhindern, war die Mannschaft bis Mitte des Jahres in eine Tag- und eine Nachtschicht aufgeteilt. Eine Trennung, die zwar gut funktioniert hat, die dann aber im Juli mit einer 100 prozentigen Impfquote wieder aufgehoben werden konnte. „Somit gilt bei uns schon viel länger 2G+: Kein Dienst ohne vorherigen Test“, so der Kommandant.
Leistungsabzeichen, Brandschutzerziehung, Hauptübung, all das war nicht möglich. Dafür konnte die Ausbildung fortgesetzt werden, teils auch digital. Sowohl im Kreis als auch an der Landesfeuerwehrschule konnte sich so immerhin sieben Kameraden fortbilden. Daneben wurden noch LKW-Führerscheine erlangt, an der Heißausbildung im Brandcontainer und beim Tunnelbrandbekämpfungsseminar in der Schweiz teilgenommen. Aufsummiert ergeben Einsatz- und Dienststunden einen beachtlichen Wert von 5417 Stunden, eine Steigerung von nahezu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der Ausrüstung und Ausstattung hat sich in 2021 auch Einiges getan. Der Unterrichtsraum konnte renoviert und technisch modernisiert werden. Als Ersatz für das bereits über 30 Jahre alte Tanklöschfahrzeug konnte ein Interims-Löschfahrzeug aus der Abteilung Sindelfingen übernommen werden. Ein neues Löschgruppenfahrzeugfahrzeug LF20 ist bestellt und soll in diesem Jahr noch ausgeliefert werden. Im Berichtsjahr war die Freude schon groß über den neuen Gerätewagen Logistik 2, der im Dezember erstmals Maichinger Boden unter den Rädern hatte. Die Ausbildung der Maschinisten und Mannschaft auf dem Fahrzeug hat bereits begonnen.
Neu gewählt wurde bei der digitalen Premiere der Maichinger Abteilungsversammlung auch. Die Amtszeit von Kassenprüfer Michael Wacker endete 2021. Er stellte sich wieder zur Wahl und wurde einstimmig per digitalem Handzeichen von seinen Kameradinnen und Kameraden für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Unter dem Tagesordnungspunkt Beförderungen wurden Fabian Blum wurde zum Feuerwehrmann und Florian Merck, Michael Klaussner, Philipp Haug, Timo Sauermann sowie Amaru Tschur zu Oberfeuerwehrmännern befördert. Michael Keppler wurde zum Oberlöschmeister ernannt. Für 15 Jahre aktiven Dienst wurde das Ehrenzeichen in Bronze des Landes Baden-Württemberg an Nico Haug, Florian Keller und Robert Wassen verliehen. Die Übergabe der Urkunden, Rangabzeichen und Ehrenzeichen muss jedoch in kleinem Rahmen zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, um den Corona-Auflagen gerecht zu werden.


