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Hauptversammlung

Wenn Helfer selbst Hilfe brauchen: Feuerwehr Darmsheim zieht Bilanz eines fordernden Jahres

Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Sindelfingen, Abteilung Darmsheim: 8193 ehrenamtlich geleistete Stunden.
Von Peter Maier

Darmsheim. 154 Einsätze, tausende ehrenamtliche Stunden und ein Ereignis, das vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird: Bei der Abteilungsversammlung blickte die Feuerwehr Sindelfingen, Abteilung Darmsheim, auf ein besonders arbeitsreiches und bewegendes Jahr 2025 zurück. 48 Brandeinsätze, 75 Fehlalarme, technische Hilfeleistungen und 15 Überlandhilfen forderten die Einsatzkräfte – insgesamt kamen 1816 Einsatzstunden zusammen, über das Jahr hinweg sogar 8193 ehrenamtlich geleistete Stunden.

„Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, was unsere Feuerwehrangehörigen neben Beruf und Familie leisten“, betonte Abteilungskommandant Christoph Wiechert. Besonders die Vielzahl paralleler Einsatzlagen habe das Jahr geprägt. Ein Einsatz jedoch ragte heraus – nicht wegen seiner Größe, sondern wegen seiner persönlichen Tragweite.

Einsatz bei Kameraden

Ein Dachstuhlbrand ereignete sich ausgerechnet im Wohnhaus eines aktiven Feuerwehrkameraden. Während er unterwegs war, erhielt er zunächst einen Anruf seiner Freundin – nur Sekunden später folgte die Alarmierung über Funkmeldeempfänger und App. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus dem Helfer ein Betroffener. „Dieser Einsatz hat uns allen vor Augen geführt, wie schnell man selbst auf Hilfe angewiesen sein kann“, so Wiechert.

Der Vorfall verdeutlichte eindrücklich, dass eine funktionierende Feuerwehr kein abstraktes System ist, sondern von Menschen lebt, die füreinander einstehen. Jeder könne in eine Situation geraten, in der er dringend Hilfe braucht – und dann darauf angewiesen ist, dass genügend gut ausgebildete Einsatzkräfte zur Stelle sind.

Umso bemerkenswerter: Der betroffene Kamerad stand bereits einen Tag später wieder im Einsatzdienst – trotz der Herausforderungen, die ein Brand im eigenen Zuhause mit sich bringt. Für die Wehr ist dieses Verhalten Sinnbild für Zusammenhalt, Verantwortungsgefühl und außergewöhnliche Einsatzbereitschaft.

Ausbildung und Training

Um für solche Situationen gewappnet zu sein, investierte die Abteilung Darmsheim auch 2025 intensiv in Ausbildung und Training. Zahlreiche Übungsdienste, Sonderausbildungen, Führungslehrgänge sowie erfolgreich absolvierte Leistungsabzeichen in Bronze und Silber unterstrichen den hohen Ausbildungsstand. Umgerechnet auf den Einzelnen entspricht das durchschnittlich rund 178 Stunden pro Feuerwehrangehörigem – mehr als ein zusätzlicher Arbeitsmonat im Jahr.

Ehrungen

Ein zentraler Punkt der Versammlung waren Ehrungen und Beförderungen. Für 15 Jahre aktiven Dienst wurden Marcel Schmid, Stefan Gmeiner und Christian Trzaska ausgezeichnet, für 25 Jahre Marco Mager, Christoph Buck und Markus Renz. Eine besondere Ehrung erhielt Ulrich Bauer für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Abteilung Darmsheim. Darüber hinaus wurde Hasso Bubolz auf Landkreisebene mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold für sein langjähriges Engagement in der Alterswehr geehrt.

Beförderungen

Befördert wurden Daniel Kirwald und Andreas Morgalla zu Oberfeuerwehrmännern sowie Tobias Kaufmann zum Brandmeister. „Ehrungen und Beförderungen sind bei uns kein Automatismus“, betonte Wiechert. „Sie stehen für jahrelanges Engagement, Verantwortung im Einsatz und die Bereitschaft, sich weit über das Normale hinaus einzubringen.“

Auch personell gab es Bewegung: Mit Thorsten Schuhmacher und Robert Weiß konnte die Abteilung zwei neue Mitglieder begrüßen. Verabschiedet wurden Sven Knöfel und Jefferson Silva dos Santos, denen die Wehr für ihren Einsatz dankte. In stillem Moment gedachte man zudem der verstorbenen Kameraden und Angehörigen der Feuerwehrfamilie.

Zusammenhalt innerhalb der Abteilung

Neben dem Einsatzdienst kam auch die Kameradschaft nicht zu kurz. Veranstaltungen wie der Tag der offenen Tür, die Vatertagshocketse sowie gemeinsame Ausflüge und sportliche Aktivitäten stärkten den Zusammenhalt innerhalb der Abteilung.

Mit Blick auf die kommenden Jahre sprach Wiechert über die anstehenden Herausforderungen. Der geplante Anbau des Feuerwehrhauses sowie notwendige Fahrzeugbeschaffungen seien unverzichtbar für die Einsatzfähigkeit. Einsparungen dürften nicht zu Lasten der Sicherheit gehen. Pressesprecher Marcel Schmid ordnete dies ein: „Die Feuerwehr ist eine kommunale Pflichtaufgabe. Ihr hoher Standard zeigt seine Wirkung täglich im Einsatz – gerade dann, wenn andere nicht mehr weiterwissen.“

Der bewegende Dachstuhlbrand habe zudem gezeigt, wie wichtig es sei, neue Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. „Eine starke Feuerwehr braucht viele Schultern“, so Wiechert. Die Abteilung Darmsheim will daher auch künftig intensiv in Ausbildung und Nachwuchsarbeit investieren – damit im Ernstfall immer Hilfe da ist. Für andere. Und manchmal auch für die eigenen Reihen.