

Schönaich. In der Gemeinde haben Eltern zwei Online-Petitionen gestartet, um sich gegen die geplante Erhöhung der Kindergarten-Gebühren um 4,5 Prozent zu wehren. Bereits zum fünften Mal in Folge hat Schönaich die Beiträge für Betreuungsplätze angehoben, was über fünf Jahre hinweg zu einer kumulierten Steigerung von nahezu 30 Prozent führt. Diese finanzielle Belastung, gepaart mit steigenden Kosten für das Essen, macht das Kindergeld nahezu wirkungslos.
Durch verschärfte Vergabekriterien wurde bei etwa einem Drittel der Anträge der bevorzugte Kindergartenplatz nicht berücksichtigt, was Familien zwingt, Alternativen zu suchen. Rund 30 von 90 Familien erhielten nicht ihre Wunschplätze.
Diese Zuteilungspolitik führt oft dazu, dass Kinder aus vertrauten Umgebungen herausgerissen werden und Geschwister auf unterschiedliche Einrichtungen verteilt werden. Eltern befürchten, dass bei Ablehnung des zugewiesenen Platzes der Betreuungsanspruch komplett entzogen werden könnte, was nicht im Interesse der Kinder sei.
Die wirtschaftliche Situation zwingt die Gemeindevertreter ebenfalls, die Gebühren zu erhöhen. Trotz der allgemeinen finanziellen Herausforderungen der Kommunen sehen sich viele Eltern am Limit ihrer Belastbarkeit. „Dies widerspricht dem familienfreundlichen Image, das die Gemeinde unter der Leitung von Bürgermeisterin Anna Walther zu vermitteln versucht“, erklärt Jennifer Sewald von der Elterninitiative.


