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Sindelfingen, was soll das?

Wo liegt denn dieses Radnetz?

Richtig wichtige Pinselstriche am Fuße des Goldbergs.

Von Jürgen Wegner
Da also geht es zum Radnetz. Aber wo ist das denn? Und vor allem: was?

Da also geht es zum Radnetz. Aber wo ist das denn? Und vor allem: was?

Bild: Wegner

Sindelfingen. Zehn Routen, jedes Jahr eine, jedes Jahr eine Million Euro, macht nach zehn Jahren und zehn Millionen Euro zehn Hauptradrouten und alle sind zufrieden. Die Radfahrer, weil sie sicher, flott und ungestreift von A nach B kommen. Die Autofahrer, weil kein Drahtesel mehr vor der Haube auftaucht. Die Fußgänger, weil sie nicht mehr weggebrüllt werden, wenn eine Klingel streikt.

So ist die Idee, die leider nicht funktioniert, weil es leider doch nicht so einfach ist. Aber zum Glück, die SZ/BZ hat berichtet, hat die Stadt ein Einsehen. Sie hält zwar an der Grundidee fest, macht aber trotzdem Geld locker, um die schlimmsten Löcher zu flicken und die entscheidenden Wegweiser anzubringen. Der Gemeinderat findet das gut, die SZ/BZ-Redaktion auch, und trotzdem fragt man sich an einer Stelle: Was soll das?

Gut und geht so

Es ist mal wieder Zeit für ein „Was soll das?“, weil wir dem Hinweis folgten, der da auf einem kleinen Weglein steht wie ein Pfeil bei der Schnitzeljagd. Geh- und Radweg sind am Fuße des Goldbergs eigentlich gar nicht ganz so schwer zu unterscheiden, das weiße Rad hat trotzdem seine Berechtigung. Denn wenn man ahnt, dass 56,3 Prozent oder mehr oder weniger Fußgänger beim Gehen aufs Handy schauen und so die Orientierung verlieren, ist es kein Fehler, wenn in der Display-Peripherie – der Blick beim gehenden Surfen zeigt nach unten – ein Hinweis erscheint, dass man gerade auf dem Radweg daddelt, wo sonst ein Radler radelt. Das ist gut.

Gut, dass da auch ein Pfeil ist, womit zu bezweifeln ist, dass dieser die einzig rechtmäßige Richtung anzeigt. Und nach eingängiger Recherche fällt auf, dass auch die Verbindung mit diesem „Radnetz“ keinen Sinn macht. Das ist eher: geht so. Radnetz, wo ist denn das. Ist das ein Stadtteil, ein Teilort, ein Quartier oder ein Viertel? Ein Campus oder Naherholungsgebiet? Ein Nachbarort? Russisch für Maichingen? Doch egal, wie lange man radelt, dieses Radnetz ist rätselhaft. Es bleibt die Frage: Was soll das?