

Böblingen. Gleich zwei Baustellen an den Rändern des Gewerbegebiets Hulb sorgen derzeit für angespannte Nerven bei Autofahrern. In der Dornierstraße wird die A81-Brücke erneuert: Dort entsteht eine neue, breitere Brücke, die notwendig ist, weil die Autobahn von zwei auf drei Fahrstreifen pro Richtung erweitert wird. Seit Mitte Januar arbeiten zudem die Stadtwerke Böblingen am Ausbau des Fernwärmenetzes in der Hanns-Klemm-Straße. Zwei von vier Zufahrten ins Gewerbegebiet sind damit dicht – das wirkt sich auf den Verkehr aus.
Die Stadt Böblingen hat Maßnahmen ergriffen, mit dem Ziel, den Verkehrsfluss zu verbessern. In der Heinkelstraße wurden zwischen Otto-Lilienthal-Straße und Hanns-Klemm-Straße auf beiden Seiten Halteverbote eingerichtet, erklärt Pressesprecher Peter Lausch. „Dadurch sollen Rückstaus durch parkende Fahrzeuge verhindert werden.“ Der Vollzugsdienst überwache die Einhaltung der Halteverbote. Außerdem wurden die Signalprogramme der Ampeln angepasst.

Mehr geht offenbar nicht: „Weitere Möglichkeiten wurden geprüft, hätten jedoch zu spürbaren Nachteilen für andere Verkehrsteilnehmende geführt und wären nur mit erheblichem baulichem Aufwand umsetzbar gewesen“, so der städtische Sprecher.
Die Maßnahmen stellen manch einen Autofahrer nicht zufrieden, wie es in Kommentaren in den sozialen Medien deutlich wird. Von den angepassten Ampelphasen „kann ich nichts bemerken oder ich habe eine andere Vorstellung“, schreibt ein SZ/BZ-Leser. Es herrsche pures Chaos. Andere kritisieren die schlechte Verkehrsplanung, da zwei Zufahrten ins Gewerbegebiet zur gleichen Zeit dicht sind. Die Stadt hat bereits in einer Pressemitteilung im Januar erklärt, dass der Fernwärme-Ausbau nicht verschoben werden kann – beispielsweise nach dem A81-Ausbau, weil die Erweiterung des Fernwärmenetzes an Verträge gekoppelt ist.
Zurzeit ist es etwas ruhiger auf der Hulb und auf den Umleitungsstrecken – vermutlich aufgrund der Faschingsferien. Danach müssen Autofahrer noch knapp eine Woche mit der Baustelle der Stadtwerke kämpfen. Am 27. Februar sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Allerdings steht direkt im Anschluss die nächste Baustelle an: Die Calwer Straße wird ab der Kreuzung beim Plana Küchenstudio umgebaut. Das Teilstück bis zur Johann-Schütte-Straße wird neu geordnet. Grund hierfür ist die Flugfeld-Klinik, die künftig über mehrere Zufahrten von der Calwer Straße aus erschlossen wird. Mit dem Umbau der Straße will die Stadt eine leistungsfähige und sichere Anbindung der Klinik für alle Verkehrsarten an das Straßennetz schaffen.

Deshalb muss der Abschnitt der Calwer Straße in beide Richtungen gesperrt werden. Die Sperrung beginnt am 28. Februar und dauert voraussichtlich bis Sommer 2027. Eineinhalb Jahre lang ist die wichtige Verkehrsachse also dicht. Die Umleitung führt über die Hulb: Autofahrer fahren dann ab der Plana-Kreuzung nach rechts in die Heinkelstraße und weiter Richtung Hanns-Klemm-Straße sowie umgekehrt. Eine alternative Route besteht über die Schickardstraße: Die Stadt will großräumig Hinweisschilder im Bereich der Böblinger Straße anbringen, die diese Alternative frühzeitig anzeigen. Die betroffenen Ampel-Anlagen werden vorab an die neuen Anforderungen angepasst, teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit.
Damit die Kreuzung beim Marktkauf-Parkplatz (Otto-Lilienthal-Straße/Heinkelstraße) ausreichend leistungsfähig bleibt, wird die Otto-Lilienthal-Straße ab der Kreuzung Richtung Wolf-Hirth-Straße (am XXXLutz entlang) zur Einbahnstraße. Dadurch sollen Grünzeiten eingespart werden, was laut der Stadt notwendig ist, damit die Umleitungsstrecke funktioniert.

Auch der Busverkehr ist betroffen: Die Linien 705, 707, 723, 743, 744, 763, 766 und N75 können die Haltestellen Calwer Straße auf beiden Seiten nicht mehr anfahren. Sie werden ebenfalls über die Hulb umgeleitet. Als Ersatz dienen die Haltestellen Hanns-Klemm-Straße Ost und Heinkelstraße. Eine mobile Ampel-Anlage wird an der Kreuzung zwischen Hanns-Klemm-Straße und Heinkelstraße aufgestellt, die Bussen Vorrang gibt: So sollen die längeren Wegzeiten der Busse ausgeglichen werden. Fußgänger und Radfahrer werden über die Heinkelstraße und Otto-Lilienthal-Straße geführt.
Die Johann-Schütte-Straße bleibt vorerst offen, doch wie die Stadt mitteilt, wird es Bauphasen geben, in denen auch diese Straße zu sein wird. Darüber will sie rechtzeitig informieren.
Der Zugang ins Industriegebiet Hulb über die Dornierstraße bleibt zu: Hier ist gerade erst einmal Halbzeit. Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft, die den A81-Ausbau plant und koordiniert, hatte vor einem Jahr eine zwei Jahre lange Sperrung angekündigt, die im März 2025 begonnen hat.
Mehr zum Umbau der Calwer Straße lesen Sie nächste Woche in der SZ/BZ.



