

Ehningen. Wenn am Sonntag, 8. März ab 12 Uhr der würzige Duft der siebenbürgischen Kuttelsuppe durch das evangelische Gemeindehaus in Ehningen zieht, dann lädt die Kirchengemeinde zum alljährlichen Benefizessen ein und sammelt so Spenden für das Hospiz des Vereins „Dr. Carl Wolff“ im heutigen Sibiu, ehemals Hermannstadt in Siebenbürgen.
Der Kontakt nach Siebenbürgen entstand bei einem Besuch in der Heimat des ehemaligen Pfarrers Robert Ziegler und seiner Frau Doris Ziegler-Wagner, die selbst auch schon häufiger vor Ort waren und letztes Jahr mit einer Gruppe das Hospiz besucht haben.
„Die Hospizarbeit ist in Rumänien noch immer nicht sehr verwurzelt, und gerade ein kirchlicher Träger hat es nicht leicht, die laufenden Kosten zu decken“, weiß Ziegler. „Die Pflegekräfte und alle anderen leisten dort eine wichtige Arbeit“, sagt Ziegler. Sie alle leben nach ihrem Motto: „Den Tagen Leben geben und nicht dem Leben Tage.“
Neben dem Alten- und Pflegeheim und der Palliativversorgung für Erwachsene ist mittlerweile auch ein Kinderhospiz an die Einrichtung angeschlossen. Diese Einrichtung ist in Rumanien einzigartig und hat mit ihren zehn Plätzen im letzten Jahr 34 Kinder vom Säugling aufwärts begleitet. Viele Kinder werden bei einer unheilbaren Diagnose von ihren Eltern verlassen berichtet Ortrun Rhein aus dem Kinderhospiz. Für diese Kinder ist das Hospiz dann auch ihr Zuhause.
Zwar sind die Einrichtungen mittlerweile staatlich anerkannt und werden vom rumänischen Staat im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten (30 Prozent der Kosten) gefördert, aber die Einrichtung ist auf Unterstützung angewiesen. Denn im Hermannstädter Hospiz wird jeden und jede aufgenommen, sofern ein Platz frei ist. Unentgeltlich, wenn die Krankenkasse nicht zumindest für einen Teil der Kosten aufkommt.
„Wir wollten von Anfang an nicht nur Spenden sammeln, sondern den Spendern auch etwas zurückgeben“, so das Ehepaar Ziegler zu den Beweggründen des Benefizessens. Bereits 2011 wurde das erste Treffen veranstaltet. Kuttelsuppe (Ciorba de Burta), Rindergulasch mit Spätzle und Tomatenpalukes machen deutlich: Da vermischt sich das Schwäbische mit dem Siebenbürgischen. Auch die siebenbürgischen Schnitten sind immer sehr gefragt, und nicht nur Ehninger genießen dieses Angebot.
„Uns ist jeder willkommen, ganz gleich wo er wohnt“, betont Doris Ziegler-Wagner, die gemeinsam mit dem Organisationsteam für eingedeckte Tische sorgt.



