

Weil der Stadt. Mit der offiziellen Vorstellung ihrer ersten Freiflächen-Photovoltaikanlage am Sägeweg hat die Enegie Weil der Stadt einen weiteren sichtbaren Schritt der lokalen Energiewende vollzogen. Die Anlage verfügt über eine installierte Leistung von rund 2 Megawattpeak beziehungsweise rund 2000 Kilowattpeak. Verbaut wurden rund 5000 PV-Module. Seit Dezember 2025 speist die Anlage
Strom ins Netz ein und hat im Jahr 2026 bislang rund 580 Megawattstunden produziert. Das entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch von rund 200 Haushalten. Für das Gesamtjahr wird ein Ertrag erwartet, der dem Jahresverbrauch von rund 650 Haushalten entspricht. Damit wird bereits in den technischen Kennzahlen deutlich, welche Größenordnung das Projekt für Weil der Stadt hat.
Bürgermeister Christian Walter betonte die Bedeutung des Projekts für Weil der Stadt: „Wir sind sehr stolz auf die Freiflächen-PV-Anlage. Hier lösen wir das Versprechen ein, lokal grünen Strom zu er zeugen und die Energiewende sichtbar voranzutreiben.“ Auf dieser Grundlage ordnete Walter das Projekt auch für Weil der Stadt konkret ein: Bilanziell betrachtet decke die Anlage knapp vier Prozent des Jahresstromverbrauchs der Stadt ab. Zugleich hob er die gute Zusammenarbeit zwischen den Gesellschaftern Stadt und ENCW sowie den beteiligten Unternehmen hervor. Gleichzeitig machte Walter deutlich, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien konsequent weitergehen müsse.
Horst Graef, Geschäftsführer der Energie Weil der Stadt sowie Geschäftsführer der ENCW-Gruppe, ordnete das Projekt als Beispiel für gelebte kommunale Energiewende ein. Entscheidend sei, dass Energiewende nicht durch abstrakte Programme gelinge, sondern dort, wo Kommunen und regionale Partner vor Ort Verantwortung übernehmen. Die Energie Weil der Stadt, getragen von der Stadt Weil der Stadt und der Energie Calw GmbH, stehe genau für diese Form der Zusammenarbeit. „Und das Schöne ist: Die Sonne schickt keine Rechnung“, sagte Graef.
Die Anlage liefere sauberen Strom aus der Kraft der Sonne. Damit werde nicht nur die ökologische Energieversorgung gestärkt, sondern auch die lokale Versorgung von Bürgerinnen, Bürgern und Wirtschaft. Strom werde dort er zeugt, wo er gebraucht werde, und die Wertschöpfung bleibe in der Region.
Auch Martin Wuttke, Erster Landesbeamter und stellvertretender Landrat des Landkreises Böblingen, unterstrich die Tragweite des Projekts. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei nicht nur ein wichtiger Schritt zu mehr Klimafreundlichkeit, sondern vor allem auch hin zu mehr Energieautarkie. Gerade angesichts der volatilen Weltlage sei dies ein dringendes Gebot der Stunde. Die Einweihung des größten Solarfeldes im Landkreis sei daher auch für den Landkreis ein bedeutender Termin.
Wuttke bezeichnete die Partnerschaft zwischen ENCW und Stadt Weil der Stadt in der Energie Weil der Stadt als zukunftsweisend. Viele Kommunen stünden vor großen Herausforderungen – etwa bei Wärmeplanung, Mobilität und dem Ausbau erneuerbarer Energien. Gleichzeitig wünschten sich Bürgerinnen und Bürger zunehmend Lösungen vor Ort. Häufig fehlten Kommunen dafür jedoch energiewirtschaftliches Know-how und Marktexpertise. Genau hier setze die gemeinsame Gesellschaft an: Die ENCW bringe Marktkompetenz und technisches Verständnis ein, die Kommune ihre örtlichen Anforderungen und ihre Kenntnis der lokalen Gegebenheiten.
Jürgen Katz, Geschäftsführer der Energie Weil der Stadt, dankte dem Landratsamt für die pragmatische Herangehensweise bei Abstimmungen und Genehmigungen. Sein Dank galt zudem allen Projektpartnern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und das gemeinsame Lösen unerwarteter Herausforderungen. Kooperation auf Augenhöhe, so Katz, sei ein Erfolgsmodell. Die Energie Weil der Stadt sei auf einem guten Weg – auch deshalb, weil Energiewende dauerhaft nur dann trage, wenn sie wirtschaftlich sinnvoll gestaltet werde.
Im Rahmen der anschließenden Führung erläuterte Joachim Janssens, technischer Experte für erneuerbare Energien Freiflächen und Projektleiter bei der schwarzwald nature GmbH, die die Anlage errichtet hat, die technischen und ökologischen Merkmale des Projekts. Das Design orientiere sich an der örtlichen Ökologie und am Landschaftsbild. So wurden bei den Zaunabständen zum Boden Durchlässe geschaffen, die Kleintieren die Querung ermöglichen. Die Bewirtschaftung der Fläche erfolgt durch Schafbeweidung. Zudem wird die Anlage von einem Grünstreifen durchzogen, die Reinigung der Module erfolgt ohne schädliche Reinigungsmittel, und die Anlage fügt sich in die bestehende Geländetopologie ein.
Auch für künftige Entwicklungen ist bereits vorgesorgt: Ein Großbatteriespeicher ist vorgesehen. Ergänzend ist ein wissenschaftliches Monitoring zur Entwicklung der Biodiversität im Areal geplant – insbesondere mit Blick auf Schafbeweidung sowie besonnte und schattige Bereiche.
Info: Die Energie Calw GmbH (ENCW) zählt zu den dynamischsten regionalen Energiedienstleistern im Nordschwarzwald. Seit 2007 verknüpft sie kommunale Verantwortung mit moderner Energiewirtschaft. Die ENCW versorgt Privat- und Gewerbekunden mit Strom, Erdgas, Wasser, Wärme und E-Mobilitätslösungen, betreibt eigene Anlagen – darunter Photovoltaik, Wasserkraft und Beteiligungen am Offshore-Windpark EnBW Baltic I – und begleitet Kommunen dabei, ihre energiewirtschaftliche Zukunft sicher, nachhaltig und regional zu gestalten. Weitere Infos: www.encw.de




