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Kreis Böblingen

Handwerk stärken, Zukunft sichern

Sindelfingens OB Markus Kleemann und Wirtschaftsförderer Felix Rapp im Austausch mit Kreishandwerksmeister Hartmut Nietsch und Geschäfsführer Thomas Wagner von der Kreishandwerkerschaft Böblingen.
Setzen sich für das Handwerk ein (von links): Kreishandwerksmeister Hartmut Nietsch, Sindelfingens OB Markus Kleemann, Thomas Wagner, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Böblingen und Felix Rapp, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sindelfingen GmbH.

Setzen sich für das Handwerk ein (von links): Kreishandwerksmeister Hartmut Nietsch, Sindelfingens OB Markus Kleemann, Thomas Wagner, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Böblingen und Felix Rapp, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sindelfingen GmbH.

Bild: z

Kreis Böblingen. Welche Rahmenbedingungen braucht das Handwerk, um auch künftig stark aufgestellt zu sein? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Besuchs von Oberbürgermeister Markus Kleemann und Wirtschaftsförderer Felix Rapp bei der Kreishandwerkerschaft Böblingen. Gemeinsam mit Geschäftsführer Thomas Wagner und Kreishandwerksmeister Hartmut Nietsch tauschten sie sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven aus.

Im Fokus des Gesprächs standen insbesondere die Sicherung des Fachkräftenachwuchses sowie anstehende Unternehmensnachfolgen in den kommenden Jahren. Nach Einschätzung der Kreishandwerkerschaft steht in den nächsten zehn Jahren rund ein Drittel der Handwerksunternehmen zur Übergabe an – eine zentrale Herausforderung für die Stabilität des Handwerks. Die Ausbildungszahlen im Handwerk sind zuletzt gesunken, wodurch die Betriebe vor zusätzliche Herausforderungen bei der Gewinnung qualifizierter Fachkräfte gestellt werden.

"Tragende und unverzichtbare Säule"

„Das Handwerk ist eine tragende und unverzichtbare Säule unseres Wirtschaftsstandorts – vom Kfz-Betrieb bis zum Sanitär- und Heizungsfachbetrieb. Wenn Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben oder Unternehmen keinen Nachfolger finden, hat das direkte Auswirkungen auf unsere Stadt. Umso wichtiger ist es, Betriebe bei Zukunftsfragen aktiv zu unterstützen und im engen Austausch zu bleiben. Daher setzen wir auf den engen Schulterschluss mit dem Handwerk“, sagt Markus Kleemann, Oberbürgermeister der Stadt Sindelfingen.

Auch bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende und die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen wurden thematisiert. Die Bereitstellung geeigneter Flächen für Handwerksbetriebe stellt aus Sicht der Beteiligten eine zentrale Zukunftsaufgabe dar. Mit einer fortgeschriebenen Gewerbeflächenstrategie kann dieser Entwicklung aktiv begegnet werden, um bestehende Potenziale besser zu nutzen und zugleich neue Entwicklungsmöglichkeiten für das Handwerk zu eröffnen. Damit zählt die Flächenfrage neben dem Fachkräftemangel und der Unternehmensnachfolge zu den entscheidenden strukturellen Herausforderungen für das Handwerk in der Region.

Sindelfinger Fachkräfteallianz

Um diesen Herausforderungen aktiv zu begegnen, hat die Wirtschaftsförderung Sindelfingen GmbH (WSG) jüngst eine neue Fachkräfteallianz ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Bildung und Institutionen werden konkrete Maßnahmen entwickelt, um Unternehmen bei der Fachkräftesicherung, der Nachwuchsgewinnung und bei Fragen der Unternehmensnachfolge zu unterstützen. Die Kreishandwerkerschaft Böblingen bringt ihre Expertise dabei beratend ein. „Fachkräftesicherung gelingt nur gemeinsam. Es gilt, Probleme nicht nur zu beschreiben, sondern Lösungen zu entwickeln. Gerade der direkte Dialog mit den Unternehmen zeigt, wo konkreter Handlungsbedarf besteht – diese Impulse nehmen wir in unsere Arbeit auf. Ich danke Herrn Wagner und Herrn Nietsch für den offenen Austausch“, so Felix Rapp.

Fokus auf Ausbildung

„Unsere Betriebe investieren viel in Ausbildung und Nachwuchs. Damit junge Menschen den Weg ins Handwerk finden, brauchen wir frühe Einblicke, gute Rahmenbedingungen und Entwicklungsperspektiven. Genau daran müssen wir gemeinsam arbeiten“, betont Thomas Wagner. Ein positives Beispiel sei das freiwillige Berufsorientierungsjahr, an dem sich bereits rund 60 Unternehmen im Landkreis beteiligen. Junge Menschen erhalten dabei die Möglichkeit, mehrere Betriebe kennenzulernen und praktische Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder zu gewinnen. Weitere Informationen zum Freiwilligen Berufsorientierungsjahr finden Interessierte unter www.fbj-bw.de. Der Austausch zwischen Stadt, Wirtschaftsförderung und Kreishandwerkerschaft soll auch künftig vertieft werden, um gemeinsam die Zukunft des Handwerks in Sindelfingen und der Region voranzubringen.

Weitere Informationen zur Kreishandwerkerschaft finden Interessierte unter www.kh-boeblingen.de. Fragen zur Sindelfinger Fachkräfteallianz beantwortet Janina Rauch, Projektleiterin Industrie, Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung bei der WSG, per E-Mail an janina.rauch@sindelfingen.org oder telefonisch unter 07031 / 688 42 23