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Am 16. Juni

„Internationaler Tag der Meeresschildkröten“

Dr. Helmut Baur, Gründer von Binder Optik, erwirkte das Handelsverbot von Produkten aus Schildpatt in der deutschen Augenoptik-Industrie.
Von unserer Redaktion
Eine echte Karettschildkröte in ihrem natürlichen Habitat.

Eine echte Karettschildkröte in ihrem natürlichen Habitat.

Bild: z

Böblingen. Meeresschildkröten leben seit Millionen Jahren in den Ozeanen. Heute sind sie vielerorts bedroht. Zu den größten Gefahren zählen Bejagung, Beifang, illegaler Handel, Umweltverschmutzung, zerstörte Nistplätze und die Folgen der Klimaerwärmung. Darauf macht der „Internationale Tag der Meeresschildkröten“ am 16. Juni aufmerksam.

Die Tiere sind ein wichtiger Teil mariner Ökosysteme. Manche Arten fressen Schwämme, die sonst Korallenriffe überwuchern könnten. Andere halten Seegraswiesen sauber oder regulieren Quallenbestände. Durch ihre weiten Wanderungen tragen Meeresschildkröten zudem zur Verbreitung von Pflanzensamen bei.

Seit 1986 setzt sich die Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V. (AGA) mit Sitz in Möglingen für den Schutz bedrohter Arten ein. Hervorgegangen ist der Verein aus der Aktion „Rettet die Schildkröten“, die von Brigitte und Günther Peter initiiert wurde. Unterstützt wurde die Arbeit von Beginn an von den Böblinger Binder-Optik-Gründern Dr. Helmut Baur und Gabriele Baur.

Früh aus dem Sortiment genommen

Ein zentrales Thema war damals der Handel mit Schildpatt, das aus dem Panzer von Meeresschildkröten gewonnen wurde. Binder Optik nahm Schildpatt-Brillen früh aus dem Sortiment. Dr. Helmut Baur setzte sich außerdem für ein Handelsverbot ein. Die daraus resultierenden Beschränkungen gelten bis heute.

Bedroht sind Meeresschildkröten aber weiterhin. An Niststränden können Liegen, Sonnenschirme oder andere Hindernisse verhindern, dass Weibchen geeignete Eiablageplätze erreichen. Auch unachtsamer Tourismus gefährdet Gelege. Auf See sterben viele Tiere als Beifang in Fischernetzen und Langleinen. Erst kürzlich hat die AGA ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem Nylonnetze durch Baumwollnetze ersetzt werden. Diese sind für Meeresschildkröten besser erkennbar.

Auch der Klimawandel verschärft die Lage. Starkwetterereignisse können Jungtiere schwächen und an Land spülen. In Südafrika werden solche Tiere in einer Rettungsstation der Aktionsgemeinschaft Artenschutz versorgt, bis sie kräftig genug für die Rückkehr ins Meer sind.

Für Dr. Helmut Baur wurde das Engagement gegen Schildpatt zu einem langjährigen Einsatz für den Artenschutz. 1992 erhielt er dafür das Bundesverdienstkreuz am Bande.