

Kreis Böblingen. An einem heißen Sommertag schwenkte Böblingens Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz im Minutentakt die Startflagge. In der Ausschreibung der Rotary-Clubs hieß es: „Unser Ziel ist es, Freunden jeder Art von Motorisierung einen unvergesslichen Tag auf kaum bekannten Straßen zu schenken und Gelegenheit zur Freundschaftspflege zu geben. Dabei wollen wir für das gemeinsame Sozialprojekt ‚Hospiz in der Mitte‘ einen möglichst hohen Überschuss erarbeiten.“
Zwar waren ältere Fahrzeuge ausdrücklich gern gesehen, aber weil die Freude an der Fortbewegung nicht vom Baujahr abhängt, war alles zugelassen, was Räder hatte. Angesichts brütender Hitze nutzten zwei Teilnehmer die Möglichkeit der Ausschreibung, kurzfristig in einem Auto neueren Datums vorzufahren, wobei sowohl im Mini Cabrio als auch im DS-4 ein Stück Automobilgeschichte mitfuhr. Drei Teams aus der Schweiz verliehen der Veranstaltung einen internationalen Charakter und einen farbigen Zungenschlag dazu.
Veranstalter und Organisator Klaus Hagenlocher, Inhaber des gleichnamigen Böblinger Classic Centers, bewies mit einer ausgesprochen günstigen Startgebühr, dass eine solche Rallye keine vierstellige Summe pro Auto erfordern muss und dabei sogar am Ende ein Überschuss erwirtschaftet werden kann. Freilich kommt hier der Begriff Idealismus ins Spiel: Der Appell an die Spendenfreudigkeit wurde erhört, und das gesamte Organisationsteam arbeitete ehrenamtlich – mit Freude, die jener der Teilnehmer nicht nachstand.
Apropos: Der Frauenanteil dieser Rotary Rallye war deutlich höher als bei den üblichen Klassik-Rallyes, wo oft Ehrgeizlinge nach hundertstel Sekunden rechnen – überwiegend männlichen Geschlechts. Zudem lag das Durchschnittsalter unter der Formel „Alte Autos – Alte Männer“.
Auch hier gab es Wertungsprüfungen, acht an der Zahl. Aber die Stoppuhr musste nur zweimal gezückt werden, ansonsten standen Geschicklichkeit und letztlich der gute Geschmack im Mittelpunkt – und vor allem die Begeisterung über die liebevoll ausgesuchte Strecke über Schwarzwald-Straßen und -Sträßchen, der Genuss eines leichten Mittagsmahls im Bad Teinacher Hotel Therme, exklusiv für die Rallye-Teilnehmer im dortigen Wintergarten serviert, der allerdings bei 32 Grad Außentemperatur nicht die in seinem Namen liegende Abkühlung brachte.
Wenn es den Begriff Spaß-Rallye nicht schon gegeben hätte – er könnte an diesem Tag erfunden worden sein: Überall und zu jeder Zeit fröhliche Gesichter, als Steigerung noch einmal bei der abschließenden Sonderwertung, bei der anfangs ausgeloste Teams mit gemeinsam konstruierten Tennisball-Schleudern wetteiferten und das Gelächter kein Ende nehmen wollte, wenn statt des Balls das improvisierte Gerät durch die Luft flog.




