Menü
Böblingen

Nach Goebbels-Zitat in Gremiensitzung: Grüne äußern sich „entsetzt“ über den Vorfall

Auf dem Handy einer AfD-Rätin soll das Goebbels-Zitat „Wollt ihr den totalen Krieg?“ zu hören gewesen sein.
Der Vorfall soll sich im Mai während einer Gremiensitzung ereignet haben.

Der Vorfall soll sich im Mai während einer Gremiensitzung ereignet haben.

Bild: Hamann (Archiv)

Böblingen. Der Vorfall in einer Gremiensitzung in Böblingen, bei dem auf dem Handy einer AfD-Stadträtin das Goebbels-Zitat „Wollt ihr den totalen Krieg?“ zu hören gewesen sein soll, sorgt weiterhin für politische Reaktionen. Die Landtagsabgeordnete Thekla Walker, der Kreisverband Böblingen, die Gemeinderatsfraktion Böblingen sowie der Ortsverband Böblingen/Schönbuch von Bündnis 90/Die Grünen haben sich zu dem Vorfall in einer Pressemitteilung geäußert und sich „entsetzt“ gezeigt.

In einer Gremiensitzung im Mai soll nach Schilderungen aus dem Gremium auf dem Handy der AfD-Stadträtin Angelika Brotschi ein Klingelton mit dem Zitat des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels „Wollt ihr den totalen Krieg?“ abgespielt worden sein. Nach Angaben aus der Pressemitteilung soll auch eine Stadträtin der Grünen den Vorfall als Zeugin wahrgenommen haben. Das Zitat stammt aus der Sportpalastrede, in der Goebbels am 18. Februar 1943 zum „totalen Krieg“ aufrief.

„Bezeichnend für die AfD“

Der Vorfall sei ebenso verstörend wie bezeichnend für die AfD, betonen die Vertreterinnen und Vertreter der Grünen, Thekla Walker, Peter Seimer, Mitglied des Kreisvorstands, Dorothea Bauer, Vorsitzende der Gemeinderatsfraktion, und Hannah Behm, Sprecherin des Ortsverbands. In ihrer Mitteilung begrüßen sie die von der Stadt Böblingen gestellte Strafanzeige und halten eine juristische Überprüfung des Vorgangs für dringend geboten.

„Die Stadträtin hat den Klingelton sicher nicht zufällig auf ihrem Handy, sondern ihn bewusst ausgewählt und abgespeichert. Dies zeigt, dass bereits einzelne Personen auch in demokratischen Gremien Grenzen des Sagbaren und Machbaren verschieben können“, so die Grünen in der Mitteilung. Darüber hinaus betonen sie die Bedeutung von gesellschaftlichem Zusammenhalt und Zivilcourage im Umgang mit extremistischen Positionen und verweisen auf das Leitmotiv „Nie wieder“.