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Fairer Handel

Sindelfingen: Mango-Aktion am 9. Mai

Weltladen Sindelfingen kritisiert Ausbeutung im Handel mit Bananen, Mangos und weiteren Früchten.

Sindelfingen. Am Samstag, 9. Mai machen die Weltläden auf schlechte Arbeitsbedingungen und unfair verteilte Gewinne im Handel mit Orangen, Mangos und Bananen aufmerksam – gemeinsam mit 300 Weltläden bundesweit und der evangelischen Kirche Sindelfingen.

„Die internationale Obstproduktion ist ein Milliardengeschäft, doch profitieren vor allem wenige große Handelskonzerne. In Deutschland kontrollieren vier Unternehmen rund 85 Prozent des Lebensmittelmarktes – mit gravierenden Folgen für Obstproduzent weltweit. Diese Marktmacht setzt Lieferanten massiv unter Preisdruck – häufig so stark, dass Produktionskosten kaum gedeckt sind“, heißt es aus dem Sindelfinger Weltladen. Christine Arndt, Vorsitzende des Weltladens, berichtet über die Missstände auf vielen konventionellen Obstplantagen: „Für die Produzenten bedeutet der Obstanbau oft harte körperliche Arbeit, niedrige Löhne und befristete Verträge. Viele Plantagen gehören internationalen Konzernen, die hohe Gewinne erzielen. Am Anfang der Lieferketten bleibt aber nur wenig bei den Produzent hängen.“

Der Faire Handel fordert menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine gerechte Wertschöpfung entlang der Lieferketten. Faire Preise, Transparenz und partnerschaftliche Handelsbeziehungen stehen im Mittelpunkt. Marcel Martetschläger von der Fair-Trade Genossenschaft „Welt-Partner“ zeigt am Beispiel von Mangos, wie Fairer Handel wirken kann: „Wir arbeiten seit Ende der 1980er-Jahre mit der Organisation Preda auf den Philippinen zusammen. Der Faire Handel sichert Kleinbauern stabile Einkommen und Perspektiven vor Ort. Gleichzeitig finanziert der Verkauf unserer Mango-Produkte rund die Hälfte der Kinderschutzarbeit von Preda. Jede verkaufte Mango trägt dazu bei, Kinder vor Ausbeutung zu schützen und ermöglicht ihnen Zugang zu Schutzräumen, Therapie und Schulbildung.“

Ein weiteres positives Beispiel ist die Mangoaktion und langjährige Partnerschaft der evangelischen Kirche mit Burkina Faso. Der Verkauf der Mangos am 9. Mai ermöglicht Kindern den Schulbesuch und Perspektiven auf ein selbstständiges Leben.