

Sindelfingen. Null Euro und null Cent. So viel kostete der Besuch bei Sindelfingen rockt. Die Konzerte gab es nicht zum Schnäppchenpreis, sie waren ein Geschenk. Und wer das Schleifchen aufmacht, hatte Abende, an denen er Bekannte traf und Livemusik bekam. Im Idealfall sogar noch von einer Band, die genau nach dem eigenen Geschmack ist. Qualitativ hochwertig sind die Coverbands sowieso.
Das alles sollte doch runtergehen wie Öl, und da darf man nicht meckern. Nicht, wenn das Genre dann doch nicht ins persönliche Schwarze trifft. Und auch nicht über einen Bierpreis, der mit 6 Euro im ganz normalen Konzertbereich liegt, vielleicht sogar eher noch drunter. Oder eben über die anderen Getränke. Das Argument, dass in den Eventhallen und Arenen dann ja auch die Originalen spielen, zählt nicht. Konzertbesucher und Festivalgänger wissen genau um dortige Eintrittspreise, die ganz schön wehtun können. Und vielleicht ist auch ein kleiner Gedankenflug ins Wasen-Zelt ernüchternd. 15 Euro für eine Maß, und da spielen auch nicht die echten Fantas.
Dazu ist das Ganze bei Sindelfingen rockt auch noch mit einer starken Becherpfandaktion verbunden, bei der der Lions-Club Johannes Kepler Sindelfingen-Weil der Stadt Sponsoren gewonnen hat, die aus 2 Euro 4,50 Euro machen. Geld, das an den Hospizverein, das Friedhofscafé oder andere gute Zwecke in Sindelfingen geht. Selten ist es einfacher, mit kleiner Münze gewinnbringend das zu tun, was man eigentlich immer mal machen wollte: anderen Menschen helfen, die es nötig haben.
Wenn man sich anschaut, was hier um die Musik aufgebaut ist und wie viele Menschen hier Essen verkaufen, Getränke einschenken, Banner aufhängen, Technik anbinden, Bühnen abbauen oder für Sicherheit sorgen, dann müsste einem klar werden, dass das alles nicht vom Himmel fällt, sondern bezahlt werden muss.
Sicherlich muss mancher wie bei allen Konzerten beim Getränkepreis schlucken, wenn man ab Supermarktpreise denkt. Arm wird man deshalb aber nicht, denn ganz ehrlich: Wie oft ist denn Sindelfingen rockt? Das nächste Mal erst nächsten Sommer, wenn nichts dazwischenkommt, und dann eher nicht an allen fünf Abenden. Hier sollte man auch konsumieren und nicht zum Minipreis nebenan, da kann man gerne ein anderes Mal hin. Noch gab es hier keinen Eintritt. Schade, wenn das anders werden müsste.




