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Schüsse im Hinterweil

Sindelfingen: Wer hat Katze Lilly das angetan?

Am Abend des 10. September kommt das Tier schwer verletzt nach Hause. Die Familie bittet um Hinweise.
Katze Lilly hat bei dem Angriff ihr rechtes Auge verloren.

Katze Lilly hat bei dem Angriff ihr rechtes Auge verloren.

Bild: Deifel

Sindelfingen. Wie so oft machte sich Katze Lilly am Donnerstag, 10. September, gegen 20 Uhr auf den Weg durch ihr vertrautes Revier im Hinterweil. Doch als sie gegen Mitternacht nach Hause zurückkehrte, war sofort klar, dass etwas Schlimmes passiert sein musste: Lilly schrie vor Schmerzen, ihr Fell war voller Blut, das rechte Auge schwer verletzt.

Für Familie Deifel gab es keine Zeit zu verlieren. Sie brachte ihr geliebtes Haustier sofort in die Tierklinik nach Stuttgart-Plieningen. Dort stellte sich heraus, wie schwer die Verletzung tatsächlich war. Der Augapfel musste entfernt werden. Allem Anschein nach wurde auf Lilly mit einem Luftgewehr und einem Diabolo-Geschoss geschossen.

Ihre Wege sind bekannt

Die Besitzer kennen Lillys Revier sehr genau. Mithilfe der Daten ihres GPS-Trackers lassen sich ihre üblichen Wege rund um die Grundschule Hinterweil, die Essegger Straße und die Kita in der Banater Straße nachvollziehen. Die Familie hofft deshalb, dass sich Hinweise darauf ergeben, wo der Vorfall passiert sein könnte und wer dafür verantwortlich ist. Weil Lilly nach ihrer Rückkehr sehr laut geschrien habe, könnten auch Anwohner etwas gehört oder beobachtet haben.

Inzwischen kämpft sich die Katze zurück in den Alltag. Die Wunde heilt gut, dennoch ist weiterhin Vorsicht geboten. Damit Lilly die verletzte Stelle nicht aufkratzt, muss sie eine Halskrause tragen. Für ein Tier, das seine Freiheit und die Streifzüge durchs Viertel gewohnt ist, ist das eine große Belastung. Auch die beiden Kinder der Familie leiden sehr unter dem, was Lilly widerfahren ist.

Belohnung ausgesetzt

Die Familie hofft nun vor allem, dass der Verantwortliche gefunden wird. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Vorfalls beitragen, hat sie zudem eine Belohnung ausgesetzt.

Wer am Abend des 10. September zwischen 20 und 24 Uhr im Bereich Hinterweil etwas Auffälliges beobachtet hat oder Hinweise zu dem Vorfall geben kann, wird gebeten, sich bei der Familie unter Telefon: 015561139102 oder per E-Mail an info.katzelilly@gmx.de zu melden. Hinweise nimmt ansonsten auch die SZ/BZ an martina.kuppinger@szbz.de entgegen.

Tierquälerei

Wer einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt oder ihm länger anhaltende beziehungsweise sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt, macht sich nach § 17 des Tierschutzgesetzes strafbar. Dafür drohen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Daneben können Verstöße gegen das Tierschutzgesetz als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden. Sollte sich bestätigen, dass jemand gezielt auf Katze Lilly geschossen und ihr dadurch die schwere Verletzung zugefügt hat, käme eine Strafbarkeit nach dem Tierschutzgesetz grundsätzlich in Betracht. Ob der konkrete Tatbestand erfüllt ist, müssten Polizei, Staatsanwaltschaft und gegebenenfalls ein Gericht klären.