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Dem Wetter getrotzt

Der Sindelfinger Finnegan Heber wird in Böblingen Tennis-Bezirksmeister der Herren A

Bei den Damen A setzt sich Hannah Salzer (TC Weissenhof) gegen die beiden topgesetzten Böblingerinnen Polina Gumenluk und Victoria Okon durch.
Die Finalisten A-Konkurrenzen mit Finnegan Heber (VfL Sindelfingen), Vincent Vohl (TC Weissenhof), Hannah Seizer (TC Weissenhof) und Victoria Okon (SV Böblingen/von links).

Die Finalisten A-Konkurrenzen mit Finnegan Heber (VfL Sindelfingen), Vincent Vohl (TC Weissenhof), Hannah Seizer (TC Weissenhof) und Victoria Okon (SV Böblingen/von links).

Bild: Volkmann

Tennis. Finnegan Heber (TA VfL Sindelfingen) und Vincent Vohl (TC Weissenhof) haben es spannend gemacht. Erst in der Verlängerung des Match-Tiebreaks fiel zwischen den beiden Topgesetzten der Herren A-Bezirksmeisterschaft die Entscheidung – mit dem glücklichen Ende für den in seiner Spielanlage mehr ins Risiko gehenden Heber. Bei den Damen A gewann mit Hannah Seizer (TC Weissenhof) eine Spielerin, die mit ihrer einhändigen Rückhand einen überaus gewinnbringenden Schlag im Repertoire hatte. Mit Polina Gumeniuk und Victoria Okon (beide TA SV Böblingen), letztere jüngst zur U18-Jugendbezirksmeisterin gekürt, bezwang sie die beiden topgesetzten Spielerinnen.

Die von den Eisheiligen mit frostigen Temperaturen begleiteten Freiluftbezirksmeisterschaften sind, allen Befürchtungen und Wetterprognosen zum Trotz, ohne nennenswerte Regenunterbrechungen über die Bühne gegangen. Womit auch die angebotenen Nebenrunden stattfinden konnten. Mitgespielt bei diesen Meisterschaften hatten 246 Teilnehmende (elf mehr als im Vorjahr), davon 68 in den Altersklassen. Die Ausrichtung der Aktivenkonkurrenzen oblag der TA SV Böblingen und dem TC Schönaich, wobei am Sonntag dann sämtliche Endspiele im Zimmerschlag ausgetragen wurden.

Spielfrei wegen des VfB-Spiels in Frankfurt

Finnegan Heber war bis zu seinem Finaleinsatz zunächst noch nicht voll gefordert. Nach zunächst Freilos und zwei einfachen Runden bekam er für sein Viertelfinale am Samstagnachmittag kurzfristig spielfrei, hatte Gegner Joel No (TC Weissenhof) nach seinem überraschenden Match-Tiebreak-Sieg gegen Vereinskamerad Jakub Smrcka doch dem VfB-Auswärtsspiel in Frankfurt den Vorzug gegeben. Hebers Halbfinale gegen Adrian Kohler (VfL Sindelfingen) endete am Sonntag nach 6:2 Satzgewinn durch Aufgabe. Heber ging also mit nur fünf durchgespielten Sätzen ins Finale, Vincent Vohl hingegen mit acht.

Mit der Umstellung auf Sand ist der erst wenige Tage vor den Bezirksmeisterschaften vom College an der Northern University of Arizona in Flagstaff nach Stuttgart zurückgekehrte Vohl gut zurechtgekommen. Im Finale ging er schnell mit 3:0 in Führung, unterliefen Heber mit seiner risikoreichen Spielweise zu Beginn doch deutlich zu viele Fehler. Doch Heber stabilisierte sich zunehmend, dosierte sein Spiel etwas mehr, um dann im richtigen Moment mit einem ordentlichen Vorhandrumms von der Grundlinie aus den Punktabschluss vorzubereiten – und mit 7:6 den ersten Durchgang für sich zu entscheiden. Und auch im zweiten Satz blieb es spannend, Linkshänder Vohl gewann ihn 6:4. Dann aber hatte im erneut engen Match-Tiebreak wieder Finnegan Heber das letzte Wort (12:10).

Nebenan ließ derweil die mit Jahrgang 1996 erfahrene Hannah Seizer ihre deutlichen jüngeren Gegnerinnen immer wieder an ihrer überlegten Spielweise verzweifeln. Die einhändige Rückhand als Topspin cross oder flach als Slice stellten die auf schnelles Grundlinienspiel programmierten Nachwuchsspielerinnen reihenweise vor Probleme. Nach dem umkämpften Halbfinale gegen Polina Gumeniuk SV Böblingen) mit 2:6, 6:4, 11:9 schloss Seizer das Turnier mit einem 6:2, 6:3 ab.

Im Damen B-Finale stand wie im Vorjahr Gina Hildebrand (TC Herrenberg). Unterlag sie damals im Match-Tiebreak, hielten diesmal die Nerven. Das B-Endspiel gegen Romy Steegmüller (TA SV Böblingen) endete 7:5, 6:7, 10:5. Match-Tiebreak-Entscheide schließlich auch in den Finals der Herren B- und C-Konkurrenzen. In ersterer setzte sich Jugendspieler Niels Breitinger (TC Weissenhof) gegen Max Pfadenhauser (TA SV Leonberg/Eltingen) durch, in der zweiten Mio Mancarella (TC Herrenberg). Bei seinen fünf Bezirksmeisterschaftseinsätzen – den ersten bei den Aktiven überhaupt – traf der Sohn von Tennistrainer Dino Mancarella auf Spieler, die zwischen sieben und 35 Jahre älter waren als er. Finalgegner Daniel Daenecke (TC Bad Wildbad) ging der kleine Mancarella gerade mal bis Achselhöhe. Auch vom verlorenen ersten Satz, seinem ersten beim Turnier, ließ er sich nicht entmutigen und kam so mit 2:6, 6:0, 10:5 zu seinem ersten Bezirkstitel. Es wird sicher nicht der letzte gewesen sein.