Herren der SV Böblingen steigen in die Regionalliga Südwest auf
Tennis. Nach dem sehr überlegen gewonnenen württembergischen Meistertitel wartete am Samstag die Zugabe auf das Herrenteam der TA SV Böblingen: Im Aufstiegsspiel zur Regionalliga Südwest begrüßte die junge TABB-Mannschaft den Hessenliga-Meister TC RW Sprendlingen 2, der zweite Anlauf nach 2021 die württembergische Meisterschaft zu veredeln. Bis zu 300 Zuschauer auf der Anlage im Zimmerschlag bildeten einen angemessenen Rahmen.
In der ersten Einzelrunde hatten die Gäste ausschließlich tschechische Akteure aufgeboten, die gegen Amar Tahirovic, Numa Lemieux-Monette und Mathis Dahler loslegten wie die Feuerwehr und jeweils den ersten Satz deutlich gewannen. Die Überraschung war den Zuschauern anzumerken, so hatte keine Begegnung dieses Jahr begonnen. Dann jedoch kämpften sich alle drei Böblinger ins Match und wurden ebenbürtig.
Amar Tahirovic und Numa Lemieux-Monette holten mit ihrem legendären Kampfgeist den zweiten Satz, so dass parallel zwei Match-Tiebreak-Krimis ihren Lauf nahmen. Amar Tahirovic blieb trotz eingebüßter 7:3-Führung der coolere Spieler und behielt mit 10:8 die Oberhand. Numa Lemieux-Monette musste nach ausgeglichenem Verlauf Matchbälle abwehren, bevor er mit 13:11 seinen sage und schreibe fünften Match-Tiebreak-Sieg in sieben Einzel-Matches holte. Die Niederlage von Mathis Dahler bedeutete die 2:1-Zwischenführung.
Die zweite Einzelrunde hielt für die vor Wärme und Dramatik ächzende Kulisse zunächst zwei vergleichsweise klarere Zweisatz-Spiele bereit, bevor die Dramatik nochmals einen Höhepunkt fand. Aaron Funk unterlag im Spitzeneinzel in zwei knappen Sätzen während Moritz Münster das klarste Einzel des Tages mit 6:3 6:1 souverän nach Hause brachte.
Starkes Comeback von Kim Niethammer
Wie so oft hatte Mannschaftsführer und „Marathon-Mann“ Kim Niethammer im letzten laufenden Einzel der Partie die volle Aufmerksamkeit des Publikums und bot einen Krimi. Nach Kim Niethammers 6:3 Erfolg im ersten Durchgang zog der Gegner im zweiten Satz mit riskantem Powertennis auf 5:2 davon. Sollte ein weiteres Match-Tiebreak-Drama folgen? Nein, Kim Niethammers schaffte dank seiner bekannten Zähigkeit das Comeback, holte Spiel für Spiel, nahm dem Gegner den Elan und siegte schließlich im Satztiebreak.
Beim Stand von 4:2 standen erstmals in dieser Saison für das TABB-Team entscheidende Doppel an, in der regulären Verbandsrunde waren alle Partien schon nach den Einzeln entschieden gewesen. Nach etwas schwerem Start konnten sowohl Funk/Lemieux-Monette als auch Niethammer/Dahler jeweils die ersten Sätze mit 6:4 für sich entscheiden und die Weichen auf Aufstieg stellen. Beide Doppel dominierten auch die zweiten Durchgänge. Kurz nachdem sich Niethammer/Dahler die ersten Matchbälle erspielt hatten und Tahirovic/Münster ihren Gegnern gratulieren mussten, holten Funk/Lemieux-Monette wiederum mit 6:4 im zweiten Satz den entscheidenden fünften TABB-Punkt, der den Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse endgültig besiegelte.
Cheftrainer Nils Muschiol ist begeistert
„Unser Team hat auch im Entscheidungsspiel vor ungewohnt großer Kulisse große Willensleistungen gezeigt und Stressresistenz bewiesen. Wie meist schon in der Württembergliga-Saison konnten unsere Jungs heute jede knappe Situation im Satz- oder Match-Tiebreak für sich entscheiden. Und das auch in Matches, bei denen wir anfangs kaum eine Chance zu haben schienen. Eine reife Leistung“, war Cheftrainer Nils Muschiol begeistert. TABB-Geschäftsführer Jan Eble ergänzte: „Kompliment an Nils, wie er heute mit seiner gezielten Präsenz auf der Bank die Schlüsselpartien maßgeblich beeinflusst und zum Erfolg gecoacht hat.“

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