

Wandern. Sieben Inseln, rund 700 Kilometer und insgesamt etwa 25.000 Höhenmeter bergauf und bergab: Harald Kümmel hat seine Wanderung über die Kanarischen Inseln abgeschlossen. Der 70-Jährige aus Weil im Schönbuch ist inzwischen wieder zu Hause. Die sportliche Bilanz stimmt, bei den Spenden hatte er sich allerdings mehr erhofft.
Knapp 4000 Euro sind bislang für den ökumenischen Kinderhospizdienst im Kreis Böblingen zusammengekommen. Zum Vergleich: Bei seiner früheren Mallorca-Umrundung waren es 9000 Euro. „Die Spendensumme ist im Vergleich zu meinen letzten Aktionen sehr enttäuschend“, sagt Kümmel, der hofft, dass durch die Berichterstattung noch etwas dazukommt.
Gestartet war Kümmel am 11. August auf Lanzarote. Kurz zuvor war bei ihm nach einem Zeckenbiss Borreliose festgestellt worden. Trotzdem hielt er an seinem Vorhaben fest, alle sieben Hauptinseln der Kanaren zu durchwandern und dabei jeweils den höchsten Punkt zu erreichen.
Die ersten beiden Inseln, Lanzarote und Fuerteventura, machten ihm vor allem wegen der Hitze und des starken Windes zu schaffen. Hinzu kam die schwierige Wasserversorgung. Weil es unterwegs kaum Möglichkeiten gab, die Vorräte aufzufüllen, brachte sein Rucksack zeitweise rund 20 Kilogramm auf die Waage.
Nach den ersten Etappen änderte Kümmel seine Strategie. Statt die gesamte Ausrüstung ständig mitzuschleppen, nutzte er Hotels als Ausgangspunkt und ließ dort einen Teil seines Gepäcks zurück.
Besonders anstrengend wurde es auf La Palma. Die Überquerung über die Cumbre und den Roque de los Muchachos brachte rund 5000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg mit sich. Kümmel bezeichnet die Insel als die schwierigste der gesamten Tour. Anschließend gönnte er sich zwei Tage Erholung.
Ganz anders erlebte er El Hierro. Die kleine Insel kannte er zuvor nicht. Sie wurde für ihn zur positiven Überraschung. Vor allem die Ruhe, die Landschaft und die Gelassenheit der Menschen beeindruckten ihn. El Hierro sei nun seine neue Lieblingsinsel der Kanaren, sagt Kümmel.
Den Abschluss bildete Teneriffa mit dem Aufstieg auf den Teide, Spaniens höchsten Berg. Kümmel schloss sich zunächst einer geführten Gruppe an. Weil ihm deren Tempo zu langsam war, ging er die letzten Meter allein. Es war bereits sein dritter Aufstieg auf den Vulkan.
Neben den sportlichen Herausforderungen blieben ihm auch Begegnungen in Erinnerung. Auf Gran Canaria etwa besuchte er spontan ein Dorffest, bei dem Jung und Alt gemeinsam bis in die Nacht feierten.
Für Kümmel sind solche Erlebnisse ein wichtiger Teil seiner Reisen. Er möchte mit seinen Aktionen nicht nur Spenden sammeln, sondern auch andere Menschen zu mehr Bewegung ermutigen.
Wer mehr über die Wanderung erfahren möchte, hat dazu am Freitag, 13. November, Gelegenheit. Um 19.30 Uhr zeigt Kümmel im Restaurant Südlicht im Paladion Böblingen seinen Multivisionsvortrag „The Walk of Life“. Bis dahin hofft er, dass auch die Spendensumme noch etwas steigt.
Spendenkonto bei der Kreissparkasse Böblingen, IBAN DE98 6035 0130 1003 3315 62, Kontoinhaber Harald Kümmel, Verwendungszweck „Canarias 700“. Alternativ per PayPal an kletternundzen@hotmail.de.




