

Sindelfingen. Der Sport macht mal wieder vor, wie man es sportlich nimmt und so hoffentlich auch meistert: Nicht nur am Boden liegen und lamentieren, sondern den Wettkampf annehmen. Oder auch in einer verzwickten Situation nicht aufgeben, sondern Lösungen suchen. Derweil nimmt die Verwaltung den Ball auf, stellt nicht auf Durchzug, sondern versucht, sich zu verbiegen.
Die Diskussion um Sportstättengebühren ist zweifellos ernst und von hoher Brisanz, denn der soziale, kulturelle, gesundheitliche und verbindende Wert des Sports ist von großer Bedeutung. Einschnitte wiederum können großen Schaden erzeugen.
Der gemeinsame Versuch, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, macht durchaus auch Mut. Allerdings hat sich der Sport mit der ihm eigenen Art nicht immer einen Gefallen getan. Weil am Ende dann doch oft der gehört wird, der am lautesten schreit. Deshalb ist zu hoffen, dass sich andere Bereiche ein Beispiel am konstruktiv-kritischen Ansatz nehmen.
Mit Soloritten und im Jammermodus wird es Sindelfingen nicht schaffen. Aber wer Sindelfingen und seine Bürger kennt, der weiß um ganz andere Stärken. Die Gemeinschaft lässt sich allein in den Mitgliederzahlen der Sportvereine ablesen. Sindelfingen hat 65.000 Einwohner. 38 Prozent, das sind rund 25.000 Menschen, sind im Vereinssport eingebunden und wissen, dass man manchmal an Grenzen gehen muss, um sie zu verschieben. Gemeinsam muss da doch was gehen.


