

Sporthilfe. Mehr als 220 Kinder und Jugendliche trainieren an der Kinder- und Jugendsportschule „Olymp“ im ukrainischen Mykolajiw – trotz des Krieges und wiederkehrender Stromausfälle. Damit der Sportbetrieb auch bei Unterbrechungen der Energieversorgung weiterlaufen kann, sollen an beiden Standorten Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern installiert werden. Das Vorhaben ist Teil der Solidaritätspartnerschaft zwischen Sindelfingen und Mykolajiw und soll bis 2026 abgeschlossen sein.
Die beiden Solaranlagen haben eine geplante Gesamtleistung von rund 64 Kilowattpeak (kWp). Zusammen mit den Batteriespeichern sollen sie bis zu acht Stunden Notstrom ermöglichen und den Einsatz vorhandener Dieselgeneratoren reduzieren.
Die Energieinfrastruktur in Mykolajiw ist durch den russischen Angriffskrieg erheblich belastet. Stromausfälle erschweren auch den Betrieb kommunaler Einrichtungen. Die Sportschule betreut Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 23 Jahren. Zum Angebot gehören Kanu- und Kajaksport, Futsal, Boxen und Kickboxen. Trotz des Krieges erzielen junge Sportler Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene.
Training im Becken: Ein Nachwuchssportler der Kinder- und Jugendsportschule „Olymp“ beim Kanutraining im sanierten Trainingsbecken in Mykolajiw. Bild: z
Mykolajiws Bürgermeister Oleksandr Syenkevych betont: „Auch unter den Bedingungen des Krieges ist es uns wichtig, dass Kinder und Jugendliche in Mykolajiw die Möglichkeit haben, weiter zu trainieren, sich zu entwickeln und gemeinsam Zeit zu verbringen.“ Eine stabilere Stromversorgung werde helfen, den Betrieb auch bei Ausfällen aufrechtzuerhalten.
Die förderfähigen Gesamtausgaben betragen 45 096 Euro. Davon übernimmt der Bund 40 586,40 Euro und damit 90 Prozent. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über den Kleinprojektefonds kommunale Entwicklungspolitik von Engagement Global.
Den verbleibenden Eigenanteil von 4 509,60 Euro übernimmt der gemeinnützige Verein Help for Resilience Ukraine Aid e.V. aus privaten Spenden. Die Stadt Sindelfingen muss somit keine eigenen Haushaltsmittel einsetzen.
Oberbürgermeister Markus Kleemann begrüßt diese Lösung: „Ich freue mich, dass wir ohne eigene finanzielle Mittel dazu beitragen können, dass vor Ort in der Ukraine konkrete Hilfe möglich ist.“ Davon profitierten Kinder und Jugendliche, deren Alltag durch den Krieg von Entbehrungen geprägt sei.
Der Vereinsvorsitzende Andreas Graf berichtet von einer aktuellen Reise in die Ukraine: „Bei unserer aktuellen Reise in die Ukraine haben wir erneut unmittelbar erlebt, wie sehr der Alltag durch Angriffe und Ausfälle der Infrastruktur geprägt ist.“ Eine dezentrale Energieversorgung helfe, wichtige Einrichtungen funktionsfähig zu halten.
Der Verein sammelt weiterhin Spenden für das Solarprojekt und weitere Hilfsmaßnahmen in der Ukraine. Damit sollen unter anderem Eigenanteile bei geförderten Projekten finanziert werden.
Spenden sind unter dem Verwendungszweck „Solardach Mykolajiw“ an Help for Resilience Ukraine Aid e.V. möglich. Die IBAN lautet DE79 43060967 1379 8760 00. Weitere Informationen: help4resilience.org




