Sindelfingen: Grüne für Tempo 30 innerorts
Sindelfingen. Kommunen haben ein großes Interesse daran, angemessene Geschwindigkeiten im Straßenverkehr selbst festzulegen. Dies zeigt die Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“ des Deutschen Städtetages. Bereits über 60 Kommunen, darunter Tübingen, Freiburg, Pforzheim und Göppingen, sind dieser Initiative beigetreten. Die Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat nun den Beitritt Sindelfingens beantragt.
„Unsere Straßen sollen sicherer, effizienter und umweltfreundlicher werden. Dafür brauchen wir aber vor Ort mehr Befugnisse und Möglichkeiten. Die Kommunen können selbst am besten entscheiden, welche Geschwindigkeiten in welchen Straßen angemessen sind. Deshalb brauchen wir die Entscheidungsspielräume bei uns im Rathaus und im Gemeinderat, aber nicht im Regierungspräsidium“, so Grünen Stadtrat Helmut Hofmann.
Bisher kann Tempo 30 außerhalb von reinen Wohngebieten nur sehr eingeschränkt (örtlich oder zeitlich) angeordnet werden. Dadurch entstehe ein unverständliches Flickwerk an unterschiedlichen Geschwindigkeitsanordnungen. Die Initiative fordert deshalb den Bund auf, umgehend die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Kommunen im Sinne einer Resolution des Deutschen Bundestags vom 2020 ohne weitere Einschränkungen Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit innerorts dort anordnen können, wo sie es für notwendig halten.
Der Deutsche Städtetag und auch die Sindelfinger Grünen sehen bei Tempo-30-Zonen viele positiven Auswirkungen: So würden die Straßen wesentlich sicherer, gerade für die besonders Gefährdeten, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs beziehungsweise mobilitätseingeschränkt seien. Außerdem werde es leiser und das Leben für die Menschen, die an diesen Straßen wohnten, deutlich angenehmer und gesünder. Bei Gewährleistung eines guten Verkehrsflusses könne auch die Luft in den Straßen sauberer werden, was allen zu Gute komme, die hier unterwegs seien. Die Regeln würden einfacher und nachvollziehbarer, das Miteinander werde gestärkt und der Schilderwald gelichtet. Und schließlich würden die Straßen ihre Funktion als multifunktionale Orte zurückgewinnen, die mehr sind als Verbindungen von A nach B.
„Wir wollen keine pauschalen Regelungen für alle Städte. Aber wir wollen, dass unsere Stadt selbst entscheiden und neue Modelle von Geschwindigkeiten erproben kann. Tempo 30 ist eine Maßnahme für die Stadt und die Menschen, die dort wohnen - es ist keine Maßnahme, die sich gegen den Autoverkehr richtet“, so Helmut Hofmann.

Brand im Engelbergtunnel ist mittlerweile gelöscht

Neue Kreuzung in der Wolfgang-Brumme-Allee: Arbeiten starten Mitte März

Ein Schokoladentraum aus Magstadt


Zurück
Nach oben