Von unserem Mitarbeiter Martin Wenger · 25.09.2018

Abendlichter für Afrika

Sindelfingen: Schüler bauen LED-Lampen für Tansania und Gambia

Viktoria Sladkowski (rechts) und Carolina Schaettgen beim Einsatz in der Gottlieb-Daimler-Schule. Bild: Wenger

Das naturwissenschaftliche Können für ein soziales Projekt einsetzen: Dieser Gedanke stand beim Projekt „Licht für Bildung in Afrika“ an der Gottlieb-Daimler-Schule im Vordergrund, bei dem rund 50 LED-Lampen gebaut wurden.

Wenn sich rund 90 Schüler der Gottlieb-Daimler-Schule, des Goldberg-Gymnasiums, Stiftsgymnasiums, Holzgerlinger Schönbuchgymnasiums und der Gemeinschaftsschule Döffingen zusammentun, um Lampen herzustellen, muss es schon einen besonderen Anlass geben: Zusammen stellen sie etwa 50 wiederaufladbare Solarlampen her, damit afrikanische Haushalte auf gesundheitsgefährdende Petroleumleuchten verzichten können.

Organisiert hat das Projekt das Jugendforschungszentrum für Energie und Umwelt, das in Räumen der Gottlieb-Daimler-Schule untergebracht ist. Dieses bietet übers Jahr viele Angebote für Schüler. Mit Ferienprogrammen, AGs an verschiedenen Schulen und weiteren Veranstaltungen erreicht das Jugendforschungszentrum etwa 500 Jugendliche pro Jahr.

„Wir haben uns für dieses Projekt mit IBM Volunteers zusammengeschlossen“, sagt Heinz Ulmer, Leiter des Forschungszentrums. Dies ist ein Programm der IBM, bei dem Mitarbeiter sich in ehrenamtlichen Projekten einbringen und einmal pro Jahr für ihr Projekt Geld erhalten. „IBM betreibt kein Großsponsoring. Vielmehr bringen wir unsere Kenntnisse und Fähigkeiten in ehrenamtlichem Engagement ein“, sagt IBM–Mitarbeiterin Petra Bernhardt, die mit ihrem Verein pet-world heute gebaute LED-Lampen nach Tansania transportiert.

Kerzen und Petroleumlampen

Auf Siegfried Ester, IBM-Mitarbeiter im Ruhestand, ist das Projekt „Licht für Bildung in Afrika“ zurückzuführen. Vor acht Jahren besuchte er Dörfer in Gambia. „Ich war schockiert“, sagt der frühere Software-Entwickler über die Art, wie abends die Hütten beleuchtet wurden. Mit Kerzen oder Petroleumlampen wurde dort für Licht gesorgt. „Die Brandgefahr ist bei Kerzen enorm und die Dämpfe der Petroleumleuchten sind hochgradig gesundheitsgefährdend. So können junge Menschen nach Sonnenuntergang unmöglich lernen.“

Mit seinem Verein Yirabah begann Siegfried Ester LED-Lampen eines Münchner Herstellers zu kaufen und nach Gambia zu transportieren. „Es kann doch nicht so schwierig sein, sie selbst herzustellen“, habe er sich gedacht und mit Weggefährten angefangen an einem Bausatz zu arbeiten. Dass sich dieser bewährt habe, zeigen die 500 LED-Lampen, die bereits schon von Schulklassen gebaut wurden. „Das Bauen dient nicht nur zum Lernen. Der Haupteffekt ist das soziale Engagement“, so Siegfried Ester,

Die Schülerinnen Carolina Schaettgen und Victoria Sladkowski sehen das ähnlich. „So etwas machen wir im Unterricht normalerweise nicht“, sagt Carolina Schaettgen. Ihre Mitschülerin in der 8. Klasse des Goldberg-Gymnasiums Victoria Sladkowski ergänzt: „Es ist wichtig, dass die Lampen in Afrika genutzt werden und Menschen helfen.“