

Sindelfingen. Die Geschichte des Club Domo ist eine, die einen nachdenklich zurücklässt.
Da ist ein Unternehmer, der in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Mut hat, etwas Neues zu wagen. Während vielerorts Geschäfte schließen und die Gastronomie um jeden Gast kämpft, versucht Dami Selidis, dem Domo neues Leben einzuhauchen. Mit Veranstaltungen, Musik und einem Treffpunkt für Menschen, die ausgehen wollen.
Dass dieses Projekt nun vorerst gescheitert ist, ist schade. Denn Städte leben von Menschen, die Ideen haben und bereit sind, Zeit, Geld und Herzblut zu investieren.
Genauso verständlich ist allerdings die Sicht der Anwohner. Wer in einem Wohnhaus lebt, hat ein Recht auf Nachtruhe. Niemand muss dauerhaft nächtlichen Lärm vor seiner Wohnung akzeptieren.
Genau darin liegt das Problem: Beide Seiten haben nachvollziehbare Argumente. Deshalb sollte die Diskussion nicht in die Frage münden, wer recht hat und wer nicht. Viel wichtiger ist die Frage, ob es nicht doch einen Weg geben kann, der beides ermöglicht: ein lebendiges Nachtleben und die berechtigten Interessen der Anwohner.
Sindelfingen braucht Orte, an denen Menschen zusammenkommen. Gleichzeitig braucht eine Stadt Rücksicht auf diejenigen, die dort wohnen.
Vielleicht liegt die Zukunft des Club Domo an einem anderen Standort. Vielleicht braucht es ein anderes Konzept. Vielleicht gibt es noch eine Lösung, an die heute niemand denkt. Zu wünschen wäre es. Denn wenn am Ende jede neue Idee an Problemen scheitert, verliert nicht nur ein Betreiber. Dann verliert auch ein Stück Stadtleben.



