

Mit diesem vom namhaften Architekten Georg Bürkle erbauten Gebäude, am heutigen Calwer Bogen gelegen, besaß Sindelfingen seine einzige großbürgerliche Villa, ergänzt von einem riesigen, parkähnlichen Garten.
Erwin Wittmann war seit 1904 Mitbesitzer und Geschäftsführer der Jacquardweberei Zweigart & Sawitzki und brachte auch mit seiner in Buenos Aires geborenen, aus einer Hugenottenfamilie stammenden Frau Anita ein internationales Flair nach Sindelfingen (Bild: z). Auffällig für alle war auch das große lateinische Zitat an der Hauswand zur Bachstraße hin.
Mit der Veranstaltung am kommenden Mittwoch soll erzählt werden, wie nach einem friedlichen und kulturbetonten Anfang schicksalhafte und politische Entwicklungen des 20. Jahrhunderts die Hoffnung auf ein sorgenfreies Leben zunichtemachten. Die unterschiedlichen Nutzungen der Villa, die heute „Kindervilla Wittmann“ heißt und die viele Sindelfinger als „Wilhelminenheim“ kennen, spiegeln dies wider. Dass auch die Geschichte des Dritten Reichs in das Familienschicksal mit hineinspielte, gibt dem Geschehen um diese Villa auch eine tragische Komponente.
Neben der Information über diese in Sindelfingen einzigartige Villa bieten die Veranstalter, die Initiative „Kultur am Stift“ und das Kulturamt der Stadt Sindelfingen, mit diesem Abend den Nachkommen der Familie Wittmann einen erstmaligen Treffpunkt direkt an der Villa. Der dort gelegene Pavillon (Calwer Straße 39) bietet am Mittwoch, 19. September, um 19 Uhr den Rahmen für dieses Ereignis. Die Veranstalter bitten die Gäste, unbedingt den großen Parkplatz am Floschenstadion (Bachstraße/Zimmerstraße) zu nutzen.




