

Sindelfingen. Im Vorwort zum geplanten Wettbewerb für die künftige Nutzung des Krankenhaus-Areals auf der Steige schreibt Sindelfingen Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer: „Hier soll ein neues, lebendiges, urbanes und klimaneutrales Quartier mit zukunftsweisenden Wohn- und Nutzungskonzepten für bis zu 3000 Menschen entwickelt werden, das mit den angrenzenden Siedlungsgebieten ideal vernetzt ist.“ Damit ist der grobe Rahmen beschrieben, aber mit dem Hinweis auf Wohnbebauung für bis zu 3000 Menschen ist auch eine Vorfestlegung enthalten.
Das geht in dieser Phase des Projekts zu weit, denn für das Krankenhaus-Areal kann man sich auch etwas anderes vorstellen: einen Uni-Campus, ein Quartier für Start-ups und Künstliche Intelligenz oder ein großflächiges Erholungsgebiet. Diese Optionen muss man sich offenhalten, wenn man es mit einer ergebnisoffenen Herangehensweise ernst nimmt. Die Zusammensetzung des Auswahlgremiums für den Wettbewerb suggeriert etwas anderes. Architekten und Stadtplaner dominieren dieses Gremium. Mit dabei sind noch eine Landschaftsarchitektin und der Geschäftsführer der Wohnstätten. Wäre es nicht sinnvoller, auch einen Soziologen, einen Naturschützer und einen Tech-Unternehmer mit einzubeziehen? Im Ausschreibungstext sind diese Kompetenzen gefragt. Bleibt dieses Know-how außen vor, dann drängt sich der Eindruck auf, dass man sich schon im Vorfeld nur in eine Richtung, nämlich Wohnbebauung, entwickelt. Jetzt ist für den Gemeinderat noch Zeit, die Optionen, die es für das Krankenhaus-Areal gibt, in alle Richtungen offenzuhalten. OB Dr. Vöhringer bezeichnet die Entwicklung des Gebiets als „einmalige Chance“. Deshalb muss diese Chance für Sindelfingens Zukunft genutzt werden.



