

Böblingen/Pontoise. Seit sieben Jahrzehnten besteht die Städtepartnerschaft zwischen Böblingen und Pontoise. Ende Mai reiste aus diesem Anlass eine Delegation aus Stadtverwaltung und Gemeinderat gemeinsam mit Böblinger Kunstschaffenden in die französische Partnerstadt. Während des viertägigen Aufenthalts standen ein Festakt im Rathaus von Pontoise, die Eröffnung einer gemeinsamen Kunstausstellung und zahlreiche Begegnungen im Mittelpunkt.
Die Partnerschaft zwischen Böblingen und Pontoise wurde vor 70 Jahren gegründet. Sie zählt nach Angaben der Stadt zu den ersten deutsch-französischen Städtepartnerschaften in Deutschland. Entstanden ist sie als Zeichen der Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Besiegelt wurde die Verbindung durch Adolphe Chauvin und Wolfgang Brumme mit Unterstützung der Internationalen Bürgermeister-Union.
Zum Jubiläum wurde in Pontoise auch das Kunstprojekt „Tandem“ vorgestellt. Jeweils fünf Kunstschaffende aus Böblingen und Pontoise arbeiteten dafür in binationalen Teams zusammen. Die entstandenen Werke wurden in einer gemeinsamen Ausstellung gezeigt, die im Rahmen einer Vernissage eröffnet wurde. Die Arbeiten umfassen Fotografie, Malerei, Zeichnung und gegenständliche Werke.
Bereits bei der Vorbereitung und beim Aufbau der Ausstellung habe sich ein intensiver Austausch zwischen den beteiligten Künstlern entwickelt. Die „Tandem“-Partner aus beiden Städten fanden nach Angaben der Stadt schnell zueinander. Die Ausstellung sei in Pontoise auf große Resonanz gestoßen.
Neben dem Kunstprojekt stand der offizielle Festakt zum 70-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft im Rathaus von Pontoise im Mittelpunkt des Besuchs. Dort wurde an die lange Geschichte der Verbindung erinnert, die seit Jahrzehnten durch Begegnungen und gemeinsame Projekte getragen wird. Dazu zählen Schüleraustausche, Kontakte zwischen Vereinen, Partnerstadt-Olympiaden und weitere Formate.
Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz würdigte die Partnerschaft als Zeichen gewachsener Verständigung. „70 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Böblingen und Pontoise sind weit mehr als ein Jubiläum“, sagte er. Die Verbindung zeige, „was aus Versöhnung wachsen kann: Vertrauen, Freundschaft und ein gemeinsames europäisches Zuhause“. Aus der Erfahrung von Krieg und Trennung sei eine Beziehung entstanden, die bis heute Menschen zusammenführe.
Belz verwies zugleich auf die Bedeutung persönlicher Begegnungen in Europa. Gerade jetzt werde spürbar, „wie kostbar persönlicher Austausch, gegenseitiges Verstehen und gelebte Freundschaft in Europa sind“. Das Kunstprojekt „Tandem“ mache sichtbar, dass aus Begegnungen Nähe entstehen könne. „Wenn sie gemeinsam gestalten, wächst Zukunft“, sagte der Oberbürgermeister.
Die Feierlichkeiten zum Jubiläum werden Anfang Juli in Böblingen fortgesetzt. Dann wird eine Delegation aus Pontoise beim Stadtfest erwartet. Den Auftakt bildet ein Festakt am Donnerstag, 2. Juli. Am Freitag, 3. Juli, um 17 Uhr wird im Alten Amtsgericht am Schloßberg die Ausstellung „Tandem“ eröffnet.
Das Jubiläumsjahr hatte bereits mit der Ausstellung „Adenauer–De Gaulle, Wegbereiter einer Freundschaft“ im Foyer des Neuen Rathauses begonnen. Sie ist noch bis Ende Juli zu sehen.
Gefördert wird das Projekt „Tandem“ einschließlich der Ausstellungen, Delegationsbesuche und eines begleitenden Jugendprojekts durch den Mikroprojektefonds des Staatsministeriums Baden-Württemberg. Die Mittel stammen aus vom Landtag Baden-Württemberg beschlossenen Landesmitteln. Weitere Unterstützung kommt von der Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen des Förderprogramms „Nouveaux horizons“.




