

Sindelfingen. Sindelfinger Geschichte lässt sich auch als Mosaik erzählen. Der für seine kulturhistorischen Forschungen bekannte Klaus Philippscheck zeigt ab Donnerstag, 11. Juni, im „’s Café“ in der Turmgasse 7 eine Ausstellung mit einem Dutzend vergrößerter sogenannter Wimmelbilder. Die Eröffnung beginnt um 18 Uhr.
Die Bilder widmen sich Persönlichkeiten, deren Lebenswege mit Sindelfingen verbunden sind, aber oft weit über die Stadt hinausführten. Sindelfingen, so beschreibt es das Ausgangsmaterial, sei einst ein kleines Landstädtchen gewesen, das Menschen mit besonderen Fähigkeiten oder Ansprüchen nicht immer ein passendes Umfeld bieten konnte. Viele mussten sich deshalb anderswo orientieren. Erst im 20. Jahrhundert habe sich dies schrittweise geändert.
Gerade aus dieser Spannung entsteht der Ansatz der Ausstellung. Philippscheck versammelt Einzelgeschichten, die einerseits in der lokalen Geschichte verwurzelt sind, andererseits aber größere Zusammenhänge berühren. Genannt werden Orte wie Stuttgart, Ludwigsburg und Frankfurt, in anderen Fällen auch Rom, Paris, London oder New York. Damit öffnen die Bilder politische, soziale und kulturhistorische Horizonte, die sonst eher aus Geschichtsbüchern bekannt sind.
Im Mittelpunkt stehen Namen wie Gußmann, Schott, Schönhuth, Grieb, Ganzhorn und Krayl sowie weitere Persönlichkeiten. Ausgewählt wurden sie nach den Angaben zur Ausstellung auch deshalb, weil zu ihnen noch Dokumente, Briefe, Bilder oder Bücher vorhanden sind. Diese Quellen bilden die Grundlage für die zeichnerische Umsetzung. Aus den einzelnen Lebensspuren entstehen so farbige Bildteppiche, in denen sich viele Themen überlagern.
Die Wimmelbilder sollen nicht nur betrachtet, sondern erschlossen werden. Ergänzende Informationen von Klaus Philippscheck stellen Bezüge zur württembergischen, nationalen und teils weltpolitischen Geschichte her. Zugleich bleibt der Bezug zu Sindelfingen erhalten. Die Ausstellung versucht damit, bekannte und weniger bekannte Biografien in einen größeren Zusammenhang zu stellen und den Blick auf die Stadtgeschichte zu erweitern.
Für Besucher liegen im Café Infobroschüren aus. Sie sollen beim Entschlüsseln der mosaikartigen Bilder helfen. Angesprochen sind alle, die sich für allgemeine Geschichte und besonders für Sindelfinger Geschichte interessieren.




