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Grafenau: Musikverein feiert mit dem Frühjahrskonzert sein 40-jähriges Jubiläum / Der Vorsitzende des Blasmusikverbands lobt die Qualität des Orchesters

Ein Extra-Marsch zum runden Geburtstag

Der Grafenauer Musikverein hat seinen 40. Geburtstag mit dem Frühjahrskonzert in der Wiesengrundhalle gefeiert, und dazu gab es sogar einen Extra-Marsch.
Von unserer Mitarbeiterin Renate Lück
Stephanie Rodrigues und Ulli Brehm als Solisten mit „Summer Wine“ beim Konzert des Musikvereins.  Bild: Lück

Stephanie Rodrigues und Ulli Brehm als Solisten mit „Summer Wine“ beim Konzert des Musikvereins. Bild: Lück

Zuerst präsentierten sich die knapp 30 Jugendlichen unter der Leitung von Jana Frühwald, die sonst im Großen Blasorchester mitspielt. Bei der „Music of Happiness“ zeigten sich aus allen Registern mehrere Solisten. Es folgten die Glühwürmchen („Fireflies“) von Adam Young und das Lied für die kleine Giudita von Alfred Bösendorfer mit der Saxophonistin Pia Lindemann als Solistin. Mit tiefen Bässen ging es dann in den Urwald bis Tarzan schrie und die Bäume rhythmisch schaukelten. Eine Zugabe war von Franka Kienle schon angekündigt.

Mit leichter Kavallerie ritten die Großen unter der Leitung von Thorsten Ströher musikalisch durch die ungarische Steppe, mal melancholisch leise, mal militärisch mit Pauken und Trompeten. Und dann der Grafenauer Hit: eine Komposition von Benedikt Feustel für den ältesten Verein nach dem Zusammenschluss der beiden Gemeinden Döffingen und Dätzingen zu Grafenau. Jedes Dorf hat seine beschreibende Melodie, die in ein Bass-Solo münden und vielstimmig den gemeinsamen Weg weitergehen. „Das ist die Weltpremiere“, rief Lea Schneider begeistert in den Saal, den Komponisten vor sich, der neben Bürgermeister Martin Thüringer saß. Sie dankte dem Gemeinderat und Martin Thüringer dafür, dass sie die Realisierung des Projekts finanziell unterstützt hatten.

Die „Jupiter-Symphonie“ von Wolfgang Amadeus Mozart galt der Erinnerung des Orchesters an ihre Salzburg-Konzertreise. Noch einmal ins Ausland, nämlich nach Irland, führten die „Dublin Pictures“ von Marc Jeanbourquin. Zuerst werden die quirligen Festivals reflektiert, bei denen kräftig gefeiert wird. Dann geht es ruhig über die Ha’penny Bridge, bis die Musiker im Nachtschwärmerbezirk Temple Bar landen. „Das war schön“, urteilte der Vorsitzende des Blasmusikverbands Baden-Württemberg, Gerhard Weißenböck, in der Pause. „Und es war auch sehr gut gespielt.“ Dass die Register in diesem Orchester so gut besetzt sind, mache ihre Qualität aus.

Etwas außerhalb der Erde agierten dann die Wächter des Weltalls, die „Guardians of the Galaxy“, und auch in einer fremden Sprache mit Uka, uka, uka schakas. Ein flottes Konzertstück, „Song and Dance“ von Richard L. Saucedo folgte und dann sang Klarinettistin Stephanie Rodriques Lieder aus „Goldfinger“ und anderen James-Bond-Filmen. Aber sie war nicht die Einzige im Orchester, die auch mit ihrer Stimme brillieren konnte. Ulli Brehm, der zuvor Kontrabass und Gitarre gespielt hatte, sang mit ihr den Ohrwurm „Summer Wine“, berühmt durch Nancy Sinatra. Dann verschwand der Bassist hinter seiner Tuba.

Nach Kuschelrock von Bon Jovi wurde zum Dank an die Feuerwehr, die an diesem Abend die Bewirtung übernommen hatte, die „Feuerwehr-Polka“ von Jaroslav Zeman gespielt. Dazu prasselte ein Feuerwerk aus acht Töpfen, das in einer Halle nur möglich ist, wenn die Floriansjünger auch anwesend sind. Und als Zugabe ließ es sich Benedikt Feustel nicht nehmen, seinen Grafenauer Marsch selbst zu dirigieren.