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Es geht nicht nur um Umleitungen

Von Chefredakteur Jürgen Haar

Von Chefredakteur Jürgen Haar

Werbung für eine Baustelle: Das ist ein dicker Batzen Geld, den die Stadtverwaltung für die Kommunikation rund um die Sanierung der Marktplatz-Tiefgarage ausgeben will. Ob dieses Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit jeden Cent wert, und ob jede Stelle nötig ist, darf in der Tat bezweifelt werden, aber grundsätzlich ist die Strategie richtig.

Auf Händler, Anwohner, Kunden, Patienten der Ärztehäuser und Innenstadt-Besucher kommen harte Zeiten zu, wenn die Marktplatz-Tiefgarage saniert wird. Es ist, wie die SZ/BZ einmal titelte, „eine Operation am offenen Herzen.“ Damit das Bauwerk gelingt, müssen Ingenieure und die Leute vom Bau ganze Arbeit leisten.

Damit die Sindelfinger Innenstadt und vor allem die betroffenen Anwohner, Einzelhändler, Gastronomen und Marktbeschicker diesen mehrjährigen Kraftakt überleben, muss die Stadt neben einem intelligenten Baustellen-Management auch eine optimale Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit an den Tag legen.

Schließlich geht es nicht nur darum, eine neue Umleitung zu kommunizieren, sondern deutlich zu machen, dass es sich weiter lohnt, in die Innenstadt zu kommen, hier einzukaufen und hier auszugehen. Und dann gibt es ja auch noch die Zeit nach der Baustelle. Wenn die Innenstadt nach der Tiefgaragen-Sanierung besser dastehen soll als zuvor, dann muss das frühzeitig in den Köpfen der Menschen landen.

Das wird eine anspruchsvolle Arbeit, die nicht nebenher auf der Pressestelle gemacht werden kann, wie FDP-Stadtrat Andreas Knapp glaubt. Schließlich müssen heute viele Kanäle bespielt werden, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Dazu gehören im Übrigen auch die sozialen Medien. Hier ist eine offene und schnelle Kommunikation möglich. Selbst auf die Gefahr hin, dass mal eine Diskussion aus dem Ruder läuft. Das Internet vergisst nichts, aber genauso schnell geht ein Shitstorm im weltweiten Netz auch wieder unter.

juergen.haar@szbz.de