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Gefährliche Tierkrankheit

Geflügelpest in Böblingen festgestellt

Das Landratsamt warnt Geflügelhalter. Sie sollen auf strenge Hygienemaßnahmen achten.
Von Henrik Claasen
Graugänse an einem Gewässer: In Böblingen wurde Geflügelpest nachgewiesen.

Graugänse an einem Gewässer: In Böblingen wurde Geflügelpest nachgewiesen.

Bild: KI-generiert

Böblingen. Bei zwei toten Graugänsen im Böblinger Stadtgarten ist die Geflügelpest nachgewiesen worden. Die Tiere waren im Bereich der Seen gefunden worden.

Da sich in der unmittelbaren Umgebung keine Nutzgeflügel-Haltungen befinden, hat der Veterinärdienst zunächst auf weitere Bekämpfungs-Maßnahmen wie eine Aufstallungs-Pflicht verzichtet. Weitere Proben aus dem Bereich des Stadtgartens werden derzeit untersucht. Deshalb kann nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Fälle festgestellt werden.

Für Menschen ungefährlich

Die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, ist eine Virus-Erkrankung, die für viele Vogelarten meist tödlich verläuft. Für Menschen besteht nach aktuellem Stand keine Gesundheits-Gefahr. Wo die Krankheit auftritt, muss sie jedoch mit strengen Maßnahmen bekämpft werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Appell an Geflügelhalter

Das Amt für Veterinärdienst und Lebensmittelüberwachung ruft alle Geflügelhalter im Landkreis Böblingen auf, konsequent auf Biosicherheits-Maßnahmen zu achten. Ziel ist es, einen Eintrag des Virus in Nutzgeflügel-Bestände zu verhindern. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um größere Betriebe oder kleine Hobby-Haltungen handelt.

Selbst ein Auftreten in kleinen Beständen könnte weitreichende Folgen für alle Geflügelhaltungen im Umfeld haben. Das Veterinäramt bittet deshalb darum, Geflügel vorsorglich freiwillig aufzustallen, bis der aktuelle Vogelzug beendet ist.

Lage in Deutschland und Baden-Württemberg

Die Geflügelpest tritt in Deutschland seit einigen Jahren regelmäßig auf, besonders während des Vogelzugs im Herbst und Winter. Seit Beginn der aktuellen Welle im Herbst 2025 wurden bundesweit mehrere Dutzend Ausbrüche in Geflügelhaltungen sowie zahlreiche Fälle bei Wildvögeln registriert. Mehr als 500 000 Hühner, Enten, Gänse und Puten mussten dabei getötet werden.

Experten gehen davon aus, dass das Virus vor allem über Zugvögel verbreitet wird. Auch in Baden-Württemberg kommt es immer wieder zu Nachweisen. Zuletzt wurde das Virus unter anderem bei einer Graugans in Stuttgart festgestellt.

In mehreren Regionen des Landes ordneten Behörden deshalb zeitweise eine Aufstallungspflicht für Geflügel an, etwa im Landkreis Ludwigsburg und in Teilen des Rhein-Neckar-Gebiets.

Infos

Weitere Hinweise gibt es auf den Internet-Seiten des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (mlr.baden-wuerttemberg.de/) oder des Friedrich-Löffler-Instituts (fli.de) nachgelesen werden. Eine Datenübersicht bietet die Seite tsis.fli.de/cadenza.