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Glosse

Immer dieser Durst

Es hilft alles nichts: der Mensch ist durstig. Nicht nur nach Wasser steht ihm der Sinn, er will mehr.

Alkohlfreie Cocktails sind immer mehr im Trend.

Alkohlfreie Cocktails sind immer mehr im Trend.

Bild: Adobe Stock/Lomb (Symbolbild)

Es hilft alles nichts: der Mensch ist durstig. Nicht nur nach Wasser steht ihm der Sinn, er will mehr. Mehr als nur den Magen zu füllen und den Organismus mit dem von jeder Zelle benötigten Wasser zu erquicken. Es zieht den Mensch zu Höherem, zum Geistigen, hin zu einem Zustand, in dem die Seele gelabt wird und nicht nur der Leib.

Mag es da einen Zusammenhang mit dem Umstand geben, dass es im Deutschen kein Wort für das gibt, was bei fester Nahrung „satt“ ist? Wer den Hunger befriedet, ist satt. Und wer den Durst löscht? Ist was? Aha. Dafür gibt es im Deutschen kein Wort.

Wen wundert es also, dass - mit Goethe zu sprechen - der Mensch Durst leidet, solange er strebt. Und erlöst wird er erst in „Faust II“, wenn es in die nächste Welt geht. Oder, um es mit Willy Millowitsch zu sagen: „Schnaps, das war sein letztes Wort, dann trugen ihn die Englein fort.“ Aber ist dadurch der Durst gelöscht? Eben. Darauf einen Dujardin.

roman.steiner@szbz.de