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Renningen: Naturtheater-Verein probt an der 100. und 101. Inszenierung / Gründung im Jahr 1954

Immer liegt Spannung in der Luft

Besonderes Jubiläum im Renninger Naturtheater: In der kommenden Spielzeit sind die 100. und 101. Inszenierungen in der Vereinsgeschichte auf dem Längenbühl zu sehen.
Von unserem Mitarbeiter Georg Schramm
„Dracula“ ist die 101. Inszenierung, die im Renninger Naturtheater zu sehen ist. Bild: z

„Dracula“ ist die 101. Inszenierung, die im Renninger Naturtheater zu sehen ist. Bild: z

Der Verein Naturtheater Renningen wurde am 23. Januar 1954 gegründet. Im damaligen Protokoll steht kurz und knapp unter Punkt II: „Beschluss des Naturtheaters. Der Ausschuss kam klar darüber ein, endgültig das Naturtheater aufzubauen und zu spielen“. Bei der Generalversammlung am 6. Februar wurde ermuntert: „Ein klein bisschen Mut und Wille, dann wird uns auch alles gelingen.“ Am 23. Juni 1954 um 15 Uhr war dann die erste Premiere mit dem Heimatstück „Die Orgelmacher“.

Seit der Vereinsgründung wurde insgesamt 64 Mal ein Stück für Theater am Abend einstudiert. Im Jahre 1984 wurde erstmalig ein Stück für Familien – der Räuber Hotzenplotz - auf die Bühne gebracht; bis Ende 2017 waren es insgesamt 34 Stücke bei Theater für die Familie. Hinzu kam noch die Saalinszenierung „Holzers Peepshow“ im Jahr 2012.

Zuerst historische Heimatstücke

Ein Amateurtheater lebt vom Publikum und kann deshalb in seiner Stückeauswahl dessen Erwartungen nicht ignorieren. Die Auswahl spiegelt weitgehend den Zeitgeist wider. In den ersten Jahren kamen überwiegend historische Stücke, Heimatstücke auf die Bühne, danach wagte man sich an manchen Klassiker; „Die Räuber“ von Friedrich Schiller stand in 1968 auf den Werbeplakaten. In den 60er und 70er Jahren wurden Komödien, Lustspiele inszeniert, es ging weiter mit Schwänken, Volksschauspielen – die Erfolge waren wechselnd, wobei auch damals schon die Wetterlage entscheidend war und von der Presse kommentiert wurde.

Die Vereinsgründer waren in den Anfangsjahren gleichzeitig Spieler, Kulissenbauer, Kartenverkäufer. Horst Pfeil (83) erinnert sich: „Die Kulissen wurden von einem etwa 12-köpfigen Team errichtet, das sich aus verschiedensten Berufsgruppen (Schuster, Automechaniker, Schlosser, Elektriker, Zimmermann und Schmid) zusammensetzte. Am Samstagmittag wurde aufgebaut, und da Spieler und Bühnenbauer identisch waren – nebenher geprobt.“

Das Naturtheater setzt inzwischen an den sogenannten Schlüsselstellen Profis ein – Regie, Choreografie, Komponisten, Kostümbildner, Kulissenbau, Bühnenbild –, um eine professionelle Inszenierung zu erreichen. „Ohne diese Professionalisierung kann ein Amateurtheater heutzutage nicht überleben“, erläutert die Pressesprecherin Waltraut Kruse diese Entwicklung. „Aber noch wichtiger sind die Motivation, das Engagement der Mitwirkenden, auf und hinter den Kulissen.“

„Auch die 100. und die 101. Premiere in dieser Spielzeit werden noch das Gefühl des Besonderen auslösen, für die Spieler und für die Mitwirkenden – und auch für die Zuschauer. Auch wenn es sich jährlich wiederholt. Es liegt eine Spannung in der Luft: Wird alles klappen? Was macht das Wetter? Es ist ein Prickeln. Vermutlich war das schon so bei der 1. Premiere in 1954“, beschreibt Kruse eine Premiere.

Info

Premiere „Dschungelbuch“ am Sonntag 24. Juni, 15 Uhr Premiere „Dracula“ am Samstag 30. Juni, 20 Uhr Weitere Informationen und Karten unter www.naturtheater-renningen.de