

Im Vergleich dazu waren es 2010 nur 1064. Das entspricht einer Steigerung um über 46 Prozent in den letzten acht Jahren.
Die Kehrseite aber ist: Immer mehr Familien können die Zeit mit ihren Kindern nicht mehr richtig genießen, der Alltag lässt kaum mehr ruhige Phasen zu. So befinden sich nach den Ferien Kinder und Eltern schon wieder mitten im Alltagsstress, bei dem es gilt, den eigenen Job, die Betreuung des Kindes, Haushalt, Jobs im Sportverein, Geburtstagsfeiern oder die Erkrankung des Kindes zu managen.
Der Stress ist längst auch in den Kinderzimmern angekommen. Kinder spüren elterlichen Stress und müssen lernen, mit diesen Situationen umzugehen. Ob sich dieser Stress negativ auf die Gesundheit des Kindes auswirkt, hängt von den jeweiligen Umständen ab, wie zum Beispiel der Anlass für den Stress und wie lange er andauert, sowie davon, wie die Eltern auf ihren Stress reagieren. „Kinder sollten den Stress der Eltern keinesfalls als Katastrophe erleben, sondern von den Eltern motiviert und unterstützt werden, Belastungen zu bewältigen,“ erklärt Dr. Hans-Peter Zipp, Kinder- und Jugendarzt bei der AOK Baden-Württemberg.
Wenn ein Kind ADHS oder ähnliche Verhaltensauffälligkeiten hat, sind Eltern häufiger Auseinandersetzungen und Konflikten mit Kind und Partner ausgesetzt. Das ist belastend und kann den Stress verstärken – besonders betroffen sind hier die Alleinerziehenden. Wassiliki Babel, Pressesprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen: „Die Zahl der sich wegen hyperkinetischen Störungen, vor allem wegen ADHS, in Behandlung befindenden Kinder im Alter zwischen 5 und 19 Jahren, hat sich in den letzten Jahren erhöht, und zwar von 469 in 2014, 478 in 2015 auf 496 im Jahre 2016“.
Das Ziel aller Familien sollte sein, den Alltag zu entschleunigen. Ein strukturierter Tagesablauf, der Eltern und Kindern Freiräume zur Entspannung schafft, sowie ein maßvolles Freizeitprogramm sind ein guter Ausgleich zu festen Terminen. Dr. Zipp empfiehlt: „Durch Ruhe und Rituale, wie z.B. gemeinsames Mittagessen oder Vorlesen beim zu Bett gehen, können Eltern ihren Kindern weitergehende Orientierung und Unterstützung in Stresssituationen bieten.“

