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Kreis Böblingen

Kommunale Gesundheitskonferenz setzt Impulse für die Gesundheitsversorgung

Im Böblinger Landratsamt waren Themen die Herausforderungen und Zukunftsfragen der Versorgung.
Von Peter Maier
Im Sitzungssaal des Kreistags fand die Konferenz im Landratsamt statt.

Im Sitzungssaal des Kreistags fand die Konferenz im Landratsamt statt.

Bild: LRA

Kreis Böblingen. Die elfte Kommunale Gesundheitskonferenz (KGK) des Landkreises Böblingen hat sich im Landratsamt Böblingen mit zentralen Herausforderungen und Zukunftsfragen der Gesundheitsversorgung befasst. Rund drei Stunden lang tauschten sich Akteure aus Verwaltung, Gesundheitswesen, Kommunen und Institutionen über die Sicherstellung der medizinischen Versorgung, Bewegungsförderung, Gesundheitskompetenz sowie die Gesundheit von Kindern aus.

Landrat Roland Bernhard betonte die besondere Rolle der Kommunalen Gesundheitskonferenz, die gemäß Landesgesundheitsgesetz eine Pflichtaufgabe des Landkreises ist. „Die KGK ist kein ausführendes Organ, sondern ein wichtiger Impulsgeber. Sie macht Bedarfe sichtbar, vernetzt Akteure und stößt Entwicklungen an – gerade in Zeiten des demografischen Wandels und knapper finanzieller Ressourcen“, so Bernhard.

Ein zentrales Thema der Konferenz war der Sachstand zum Handlungskonzept zur Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung. Vorgestellt wurden unter anderem der im August 2025 gegründete Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin, der angehende Ärzte gezielt für eine Tätigkeit im Landkreis gewinnen soll, sowie die Arbeit der Arbeitsgruppen zu Anreizsystemen und zur Optimierung der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Auch die regionalen runden Tische, die auf breiter Beteiligung von Kommunen und Ärzteschaft basieren, wurden als wichtiger nächster Schritt hervorgehoben.

Bewegungsförderung in allen Lebensphasen

Positive Resonanz erhielt zudem die im November 2025 gestartete Gesundheitsplattform www.gesund-in-BB.de, die Gesundheits- und Unterstützungsangebote im Landkreis bündelt und sich als Orientierungshilfe für Bürgerinnen und Bürger etabliert hat.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Netzwerk „Kreis BB bewegt“, das im November 2025 offiziell gegründet wurde. Ziel des Netzwerks ist es, Bewegungsförderung in allen Lebensphasen stärker zu verankern.

Auch die Arbeitsgruppe Gesundheitskompetenz berichtete über ihre Arbeit. Der Fokus liegt derzeit auf der psychischen Gesundheitskompetenz, insbesondere bei älteren Menschen. Diskutiert wurden Wege, wie Informationen verständlicher, alltagsnäher und niedrigschwelliger vermittelt sowie Barrieren und Stigmatisierung abgebaut werden können.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt zudem der Bericht zu den Einschulungsuntersuchungen 2022/23 im Landkreis Böblingen. Die Ergebnisse zeigen insgesamt gute Impfquoten und eine hohe Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen. Gleichzeitig wurden neue Handlungsfelder identifiziert, darunter der hohe Medienkonsum im frühen Kindesalter sowie Förderbedarfe in der Sprachentwicklung.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass Prävention und Gesundheitsförderung früh ansetzen und stärker institutionell verankert werden müssen.

Abschließend wurde über den aktuellen Stand des Bewegungspasses berichtet. Das Programm zur frühkindlichen Motorikförderung erreicht mittlerweile rund 5500 Kinder im Landkreis und wird von Fachkräften überwiegend positiv bewertet. Anpassungen sollen dazu beitragen, das Angebot noch besser bekannt zu machen und weiter auszubauen.